Folge des Prozesses gegen Robert K.: Erster Zeuge muss bis zu 3000 Euro zahlen

Strafe wegen Falschaussage

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Der Prozess gegen Robert K. (Foto) und Ismail N. hatte für einen der Zeugen nun ein Nachspiel.

Uelzen/Lüneburg. Ein Türsteher war im Prozess gegen zwei Mitglieder der sogenannten Uelzener Douglasbande als Zeuge vernommen worden – nun stand er wegen falscher uneidlicher Aussage selbst im Mittelpunkt eines Strafverfahrens.

Der 33-Jährige räumte in der Verhandlung am Amtsgericht Lüneburg ein, im Prozess gegen Robert K. und Ismail N. falsche Angaben gemacht zu haben, und wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Hundert Tagessätze zu je maximal 30 Euro muss der Mann leisten, sagt Pressesprecher Bernd Gütschow auf AZ-Nachfrage. Damit gilt der Türsteher nun selbst als vorbestraft.

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Die Staatsanwaltschaft hat gegen insgesamt drei Personen Verfahren wegen Falschaussagen eingeleitet, für die anderen zwei sind noch keine Verhandlungstermine angesetzt, erklärt Gütschow. Alle drei Zeugen hatten sich in ihren Aussagen zur Tatnacht im Juli 2011, in der Ismail N. einen 42-Jährigen auf der Gudestorbrücke durch einen Flaschenwurf lebensgefährlich verletzte und Robert K. dem Opfer zudem ins Gesicht getreten haben soll, in Widersprüche verwickelt.

In erster Instanz der Verhandlung vor dem Landgericht Lüneburg hatte der Türsteher gesagt, dass er nicht eine Minute weggeschaut habe und mit Sicherheit ausschließen könne, dass ein 42-Jähriger in der Nacht zum 2. Juli 2011 durch Tritte ins Gesicht lebensgefährlich verletzt wurde. Die Schilderungen anderer Personen hatten die Angaben des Türstehers jedoch widerlegt.

Im Prozess in zweiter Instanz gegen Robert K. im vergangenen Oktober sagte der 33-Jährige außerdem selbst das Gegenteil aus, nämlich dass er zum fraglichen Zeitpunkt nicht hingeschaut habe und daher nicht wisse, ob der Angeklagte das Opfer getreten habe. Zudem hatte er berichtet, dass im selben Moment der Tatnacht an seinem Auto Reifen zerstochen worden waren und er dem Vater des Angeklagten schriftlich versichert hatte, dass er dessen Sohn nicht zutreten sah.

Wie berichtet, war Robert K. im November 2013 wegen gefährlicher Körperverletzung zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, derzeit wartet er auf seine Revision. Ismail N. war bereits im April 2012 in erster Instanz zu drei Jahren Jugendstrafe verurteilt worden.

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