Stopps in weiteren Orten?

Auf einem Monitor erkennt der Rufbus-Fahrer, ob ein Halt in Molbath angefordert wurde. Für weitere Rufbus-, aber auch Bürgerbus-Angebote macht sich nun die Kreis-SPD stark.

Uelzen/Landkreis - Von Bernd Schossadowski. Für ein kombiniertes Konzept aus Hauptbuslinien und einem flächendeckenden Rufbus-Angebot im Landkreis Uelzen setzt sich die SPD-Kreistagsfraktion ein. Auch die Einrichtung von Bürgerbus-Linien ist ein Anliegen der Sozialdemokraten. Nun hat der Ausschuss für Wirtschaftsförderung einstimmig empfohlen, diese Möglichkeiten zu prüfen. Zunächst soll die Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO) den Bedarf und die Kosten für bedarfsorientierte Angebote im Kreisgebiet ermitteln.

100 000 Euro sollen nach dem Willen der Kreis-SPD aus Regionalisierungsmitteln für Rufbusse und Initiativen von Bürgerbussen in den Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. Dasbetrachtet Ausschussmitglied Hans-Jürgen Drögemüller (SPD) als einen zusätzlichen Service für die Bürger. „Uns ist wichtig, dass vorhandene Buslinien nicht gekappt und Ortschaften mit angeschlossen werden, die bislang nicht dabei sind. Das Ziel ist, möglichst viele Orte im Landkreis zu erreichen“, erklärte Drögemüller. Die Ankündigung der Regionalbus Braunschweig (RBB), nach Molbath in zehn weiteren Ortschaften des Landkreises Rufbus-Haltestellen einzurichten, begrüßt er.

Dagegen hat Ausschussvorsitzender Peter Meyer (CDU) bei dem geforderten Konzept Schwachpunkte ausgemacht. Ganz wichtig sei, dass der Fahrplan eingehalten werde, sagte er. Würden mangels Nachfrage jedoch mehrere Rufbus-Haltestellen nicht angefahren, hätte das zur Folge, dass der Bus unterwegs stehen und warten müsse. „Er darf an der Haltestelle nämlich nicht eher losfahren“, betonte Meyer. Umgekehrt bestehe die Gefahr, dass sich die Ziel-ankunft durch viele Schlenker in die Dörfer zu Rufbus-Haltestellen verschieben könnte. Deshalb glaubt Meyer nicht, dass durch dieses System „viel Einsparpotenzial gegeben ist“.

Ganz anders sah das Martin Feller (Grüne). „Im Rahmen der Klimadiskussion ist jeder eingesparte Kilometer sehr wichtig“, bekräftigte er.

Wie geht es in dieser Frage nun weiter? Zunächst soll die VNO nach dem Willen des Wirtschaftsförderungs-Ausschusses die Bus-Hauptlinien definieren, kooperationsbereite Taxiunternehmen ansprechen und den Bedarf und die Kosten für bedarfsorientierte Angebote ermitteln. Ganz wichtig: Als Gesellschafter der VNO werden dem Kreis Uelzen dadurch keine Kosten entstehen.

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