Maulwürfe jetzt besonders „fleißig“ / Uelzener Vereine sehen Verletzungsgefahr für Sportler

Stolperfalle aus dem Erdreich

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Im Winter zieht er sich in tiefere Bodenregionen zurück. Wenn der Maulwurf im Frühjahr aber wieder fleißig an seinen Tunnelsystemen arbeitet, ist haufenweise Ärger vorprogrammiert

Uelzen. Er ist der Schrecken aller Gartenfreunde und Sportplatzwarte: Der Maulwurf treibt seit einigen Wochen wieder sein Unwesen in der Uhlenköperstadt – und hat, nach dem milden Winter früher als gewöhnlich, mit unliebsamen Erdhügeln bereits viel Unmut auf sich gezogen.

Der Grund ist nicht nur ein ästhetischer: In den Vereinen sorgt man sich vor allem aufgrund der Verletzungsgefahr, die für Sportler mit den unterirdischen Buddelarbeiten einhergingen.

Gerhard Arndt, Platzwart von Teutonia Uelzen, ist darum nicht gut auf den Insektenfresser zu sprechen. „Es ist schon schlimm“, berichtet er. „Es sind etliche Kameraden, die da im Unterirdischen ihr Unwesen treiben.“ Für die Fußballspieler, die auf den Plätzen trainieren, könne das böse Folgen haben. Besonders Gänge direkt unterhalb der Rasenfläche seien tückisch: „Wenn da einer reintritt... Ich habe selbst gesehen, wie jemandem der Fuß wegdrehte.“

Im Hamburger Bezirk Eimsbüttel hat man jetzt vorsorglich Konsequenzen gezogen. Dort darf es dem geschützten Störenfried an den Kragen gehen, weil besonders fleißige Maulwürfe ein so ausgeprägtes Tunnelsystem erstellt hatten, dass Sportplätze aus Sicherheitsgründen gesperrt werden mussten. Mit einer Ausnahmeregelung dürfen die Tiere dort nun getötet werden – trotz Bundesartenschutz. Zu solchen Maßnahmen möchte Arndt nicht greifen, er hat sich aber bereits mit der Bitte an die Stadt gewandt, den zahlreichen Haufen auf dem Parkplatz mit gängigen Methoden Herr zu werden. Doch das ist gar nicht so einfach: „Das Bundesnaturschutzgesetz verbietet es, den Tieren nachzustellen, sie zu fangen, zu verletzen oder zu töten“, weiß NABU-Vorsitzender Karl-Heinz Köhler. Das sei aber ohnehin aussichtslos: Denn verlasse ein Maulwurf sein Tunnelsystem, mache es sich in der Regel schon bald der nächste in den Gängen bequem. Das einzige legale Bekämpfungsmittel mit Erfolgschance: Spezielle Duftstoffe aus dem Fachhandel.

Auch beim Post-Sportverein Uelzen fürchtet man die possierlichen Wühler. Daraus macht Jürgen Köchlin kein Geheimnis. „Wir haben das Problem seit Jahren permanent“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Und: „Bekämpfen ist im Grunde nicht möglich.“ Lediglich die Erdhügel könne er mit dem Spaten beseitigen. „Und dann haben wir den Maulwurfsacker nach kurzer Zeit wieder.“ Köchlin hat eine andere Idee, wie man dem ein Ende setzen könnte: „Für uns gäbe es schon den Wunsch, dass die Tiere umgesiedelt werden könnten.“

Köhler derweil begeistert sich für den Charakter des Maulwurfs. Die Tiere seien überzeugte Singles. Träfen sie außerhalb der Paarungszeit auf einen Artgenossen, „gibt es gleich Stunk“. Der Maulwurf sei obendrein darauf bedacht, sein durchschnittlich 2000 Quadratmeter großes Revier mitsamt Vorratskammer, Schlafgemach und Wasserspeicher zu verteidigen. „Es gibt heftige Kämpfe, da geht es richtig zur Sache.“ Im Winter ziehe sich der Pflanzenfresser tiefer ins Erdreich zurück, bevor er im Frühling für sein Jagdrevier wieder neue Tunnel mit vielen Ein- und Ausgängen buddelt. Haufenweise Ärger ist vorprogrammiert.

Von Anna Petersen

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