Kein zweiter Ankermieter

Stillstand auf dem Marktcenter-Gelände

+

UELZEN - Mehr als ein halbes Jahr ist seit dem Baubeginn – bei dem lediglich Erdarbeiten erfolgt sind – auf dem Gelände am Veerßer Tor ins Land gezogen, und noch immer keine Spur von einem zweiten sogenannten Anker-Mieter für das neue Marktcenter.

Bei dem soll es sich, wie berichtet, um einen Elektronikfachmarkt handeln. Nach AZ-Informationen hatte der Marktcenter-Investor HBB (Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft) Mitte Februar noch Verhandlungen mit der MediMax-Kette geführt, bei den Verantwortlichen des Elektronik-Unternehmens hatte man mit einer Entscheidung bis Mitte März gerechnet. Doch zurzeit ruht still der See.

„Die Verhandlungen zwischen HBB und potenziellen Mietern laufen noch“, sagt Uelzens Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull auf AZ-Nachfrage. „Sobald HBB Vollzug meldet, werden wir die Politik und Öffentlichkeit umgehend informieren.“ Auf bereits öffentlich geäußerte Befürchtungen aus Kreisen der Politik, im Fall eines Scheiterns des Marktcenter-Projekts müsse die Stadt der HBB den Kaufpreis für das Grundstück erstatten, will sich Scheele-Krogull nicht einlassen.

Die Frage danach, wann die zeitliche „Schmerzgrenze“ der Stadt Uelzen erreicht sei, beantwortet er ausweichend: „Alle rechtlichen Anforderungen hat HBB bisher erfüllt, sich damit vertragsgemäß verhalten und bereits über drei Millionen Euro investiert.“ Man müsse jetzt einfach den Abschluss der Verhandlungen abwarten. Punkt. Mit dem „Baufortschritt“ auf dem Marktcenter-Gelände ist man allerdings auch im Rathaus nicht glücklich. „Die Stadt hätte selbstverständlich gerne einen zügigeren Weiterbau gehabt“, betont der Stadtbaurat. Man sehe jedoch „die nicht einfache Situation von HBB nach der unerwarteten Kündigung von Media-Saturn im vergangenen Herbst“.

Insider bei MediMax, mit denen die HBB zuletzt Pachtverhandlungen geführt hat, bestätigen, dass die Unternehmenskette Marktgrößen von durchschnittlich 1400 Quadratmetern bevorzuge und sich daher auch nicht mit großen Saturn-Märkten vergleiche. Wie die Stadt sicherstellen will, dass die laut Ausschreibung auf 2000 Quadratmeter festgelegte Mindestgröße für den Elektronik-Fachmarkt im Marktcenter eingehalten wird?

„Der Mietvertrag“, so der Stadtbaurat, „mitsamt der Grundrisspläne ist vorzulegen, darüber hinaus wird die Baugenehmigung die entsprechenden Flächengrößen und damit auch die 2000 Quadratmeter für den Elektrofachmarkt auswerfen.“

Kommentare