Stadt sucht noch nach einem Käufer

Mit Stiftung zur Holdenstädter Schloss-Sanierung

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Die Mitglieder von IKU sind überzeugt, dass das Schloss als Kulturstätte erhalten bleiben muss. Der Bau steht seit dem Jahr 2014 zum Verkauf. Es gebe mehrere Interessierte, erklärt die Stadt Uelzen.

Uelzen-Holdenstedt. Sie wollen das Schloss in Holdenstedt als Kulturstätte für die Region erhalten – und die Mitglieder der Initiative Kultur Uelzen (kurz IKU) sind überzeugt, dass ihnen dies mit ihrem ausgearbeiteten Konzept gelingen kann.

Zurzeit steht das sanierungsbedürftige Schloss zum Verkauf (AZ berichtete). Geht es nach IKU, wird eine Stiftung gegründet, über die sich Gelder vom Land, Bund und EU für die notwendigen Arbeiten beschaffen ließen. Laufende Kosten könnten teilweise mit Zinsen aus dem Stiftungskapital bezahlt werden. Ute Lange-Brachmann, Mitglied bei IKU, nennt beim Vorstellen des Konzeptes das barocke Haus Kreyenberg in Wittingen als Beispiel, bei dem auf diese Weise ein historischer Bau vor dem Verfall gerettet werden konnte. „Zwei Millionen Euro konnten dort bereits für den Erhalt eingeworben werden“, so Lange-Brachmann.

Seit dem Jahr 2014 steht das Holdenstedter Schloss, in dem das Heimatmuseum Uelzen untergebracht ist, zum Verkauf. Für 975 000 Euro wird der historische Bau angeboten. Zur aktuellen Situation informiert Stadtsprecherin Ute Krüger: „Es wird mit mehreren Interessenten verhandelt.“ Einen Zuschlag gab es damit noch nicht, und aus Sicht von IKU darf es ihn auch nicht geben: Wenn Uelzen für die Menschen attraktiv bleiben soll, bedürfe es Kulturstätten und eines kulturellen Angebots, so Lange-Brachmann. Mit dem Schloss gebe es einen solchen Ort, aber IKU sei sich bewusst, dass das Schloss mit „ein paar Veranstaltungen im Jahr“ nicht zu retten sei.

Das Bau-Ensemble müsse zu einem kutur-touristischen Anziehungspunkt werden, heißt es in erarbeiteten Konzept. Dort ist auch die Idee zu finden, das Schloss als Tagungstätte und für Firmenfeiern anzubieten. Die Liste der Nutzungsmöglichkeiten umfasst 18 Punkte; darunter auch Krimi-Dinners, Kleinkunstfestspiele, Gartenausstellungen sowie Konzerte und Werkschauen von Künstlern.

Geht es nach IKU würde das Heimatmuseum im Schloss bleiben. Damit gebe es weiterhin einen festen Nutzer, so Lange-Brachmann. Getragen wird das Museum vom Heimat- und Museumsverein, der für das Schloss ein Mietvertrag besitzt. Die Besucherzahlen sind derzeit überschaubar. Für Mehr Zulauf müsste das Museum direkt in die Stadt ziehen, heißt es in einem Gutachten. Diese Lösung wie auch eine ein Verbleib im Schloss kosteten aber der Stadt Geld, konstatiert Otto Lukat, 1. Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins und früherer Bürgermeister der Stadt. Für den Fall eines Verkaufs des Schlosses, sagt er, müsse aber der Erlös für den Umzug oder Aufbau eines neuen Museums genutzt werden. Die Stadt sei mit Hilfe von Erbschaften, mit denen Zweckbindungen verbunden gewesen seien, in Besitz des Schlosses gekommen. Die Stadt erklärt: „Stadtverwaltung, der Betreiber Museums- und Heimatverein und Museumsleitung sind regelmäßig im Gespräch, um sich über mögliche Standorte des Museums, Fragen des Baurechts oder zu überregionalen Fördermöglichkeiten auszutauschen.“

Von Norman Reuter

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