Stete Treue zur Seefahrt

Die goldene Vereinsnadel erhielt Rainer Küchler (rechts), es gratulierte Bundesgeschäftsführer Bodo Menzner.

Uelzen - Von Barbara Kaiser. Ein ganzes Jahrhundert sei durch „die Glasenuhr gerieselt und so manche Klippe umschifft“ worden, begann Peter Fernes von der befreundeten Marinekameradschaft Salzwedel sein Grußwort in der Uelzener Stadthalle. Neben den Kameradschaften Lüneburg, Nienburg, Munster und Soltau gratulierte er herzlich zum 100. Geburtstag der Marinekameradschaft Uelzen und verwies auf die Werte, die solch eine Vereinigung zusammenhielten: Toleranz, Respekt und die Pflege der Tradition.

In Uelzen tun das 18 Kameraden, von denen der jüngste gerade 21 Jahre alt ist. Sie alle verbinden die Erinnerungen an eine eigene aktive Laufbahn bei der Seefahrt oder einfach nur die Liebe zu ihr.

Rund 90 Gäste waren am Sonnabend nach Uelzen gekommen, um am Vormittag die Landesverbandstagung des Deutschen Marinebundes abzuhalten und am Nachmittag beim Kommers gemütlich beisammen zu sitzen und den 100. Geburtstag einer der ersten Kameradschaften in Deutschland zu feiern. Uelzen ist mit seinem Gründungsjahr 1910 nur 19 Jahre nach der Gründung des Deutschen Marinevereins 1891 in Kiel dabei; gehörte 1952 zuden Wiedergründungsmitgliedern nach dem Krieg. Das Anliegen blieb immer, die Völkerverständigung zu fördern und das maritime Leben gegenüber der Bevölkerung zu vertreten, sagte Peter Fernes.

„Menschen werden selten so alt, Vereine noch seltener“, wies Bundesgeschäftsführer Bodo Menzner in seinem Grußwort auf die Nachwuchssorgen hin, die auch den Verein der Marinekameradschaft plagen. Dafür konnte er ein besonders verdienstvolles Mitglied auszeichnen: Rainer Küchler erhielt die goldene Vereinsnadel für seine beständige und aktive Pressearbeit über mehr als 20 Jahre.

Dass Uelzen gar nicht so „unmaritim“ ist, wusste Bürgermeister Otto Lukat und erhielt für seine Kenntnisse „als Zivilist“ ein besonderes Lob vom Landesverbandsvertreter Karl-Jürgen Schlösser. Uelzen habe drei Häfen, so Lukat, und sei Hansestadt. Zudem begrüßte es das Stadtoberhaupt mit Verweis auf die Patenschaft zum Schnellboot „Puma“ der Bundesmarine, dass die Marinekameradschaft mit ihrem Vereinsleben genauso am öffentlichen Leben teil nehme. So könne die Liedzeile aus dem Hundertwasser-Musical „Fahr übers Meer, der Zukunft entgegen!“ nur richtungsweisend sein, erklärte Lukat und wünschte die obligatorische „Handbreit Wasser unterm Kiel“.

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