Bauwerk wegen Schäden außer Betrieb: Ob eine Sanierung infrage kommt, ist unklar

Es staut sich vor der Esterholzer Schleuse

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Auf dem Elbe-Seitenkanal bei Esterholz kann es derzeit zu Spitzenzeiten – etwa am späten Vormittag – zu Staus kommen. Grund ist der Ausfall eines der beiden Schleusen.

Uelzen. Jetzt ist Abwarten angesagt – für manch einen Binnenschiffer, der auf seiner Fahrt über den Elbe-Seitenkanal in einen Stau vor der Schleuse Uelzen gerät und für das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Uelzen, weil seit Herbst nur noch eines der beiden Abstiegsbauwerke bei Esterholz passiert werden kann.

Der Grund: An der älteren der beiden Schleusen wurden bei einer routinemäßigen Untersuchung deutliche Schäden festgestellt. Ihr Betrieb musste eingestellt werden, seitdem kann nur noch die jüngere Anlage von den Binnenschiffern genutzt werden. Zu Stoßzeiten komme es darum immer wieder zu Staus bei Esterholz, berichtet WSA-Leiter Martin Köther.

Und unklar ist derzeit noch, wann sich die Lage entspannt und ob eine Sanierung überhaupt infrage kommt. Von einem Neubau jedenfalls, glaubt Köther, sei in den kommenden Jahren nicht auszugehen. Eine Sanierung hingegen läge, soviel sei abzusehen, im „Millionenbereich“.

Aufschluss über mögliche Maßnahmen soll eine weitergehende Untersuchung der Schleuse durch Experten der Bundesanstalt für Wasserbau im kommenden Monat geben. Mit einer Spezialausrüstung werden die Bewehrungsstähle im Beton begutachtet, von denen einige – das ergab die Bauwerksinspektion im vergangenen Jahr – gerissen sind. Sie verlaufen im Beton und sollen die starken Zugkräfte während einer Schleusung aufnehmen. Die anschließende Auswertung soll bis zum Herbst laufen, kündigt Martin Köther an.

Der alten Schleuse Uelzen I, eine der größten Binnenschifffahrts-Schleusen Deutschlands, kam bis zuletzt die Aufgabe zu, in Spitzenzeiten – etwa am späten Vormittag – den Verkehr mit abzuwickeln. Jetzt kann einzig auf die neuere Schleuse gesetzt werden, die die bis zu 86 Schiffseinheiten pro Tag aber durchaus allein bewältigen könne, sagt der WSA-Leiter. Schwieriger würde es, wenn es auch an diesem Bauwerk zu einer Störung käme. Eine Vollsperrung ist dann unumgänglich.

Die übliche Lebensdauer einer Schleuse beträgt nach Angaben von Martin Köther übrigens 80 bis 100 Jahre. Die beschädigte Schleuse I ist jetzt 39 Jahre alt.

Von Anna Petersen

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