Elb-Ebbe: Frachter nutzen verstärkt Wasserstraße / Teils lange Wartezeiten beim Schleusen

Stau auf dem Elbe-Seitenkanal

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Auf dem Elbe-Seitenkanal herrscht viel Verkehr: Frachter nutzen wegen Niedrigwasserphasen der Elbe verstärkt den Kanal.

nre Uelzen/Landkreis. Wer in den vergangenen Tagen am Elbe-Seitenkanal vorbeigekommen ist, wird es vielleicht bemerkt haben. Auf der Wasserstraße herrscht ordentlich Verkehr. Der Grund: Frachter nutzen den Kanal als Ausweichstrecke.

Wegen Niedrigwassers ist die Elbe in diesem Sommer immer wieder für beladene Schiffe nicht befahrbar. „Bereits Schiffe mit einem Tiefgang von einem Meter haben Probleme“, schildert Kai Römer, Sachgebietsleiter Schifffahrt beim Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen, die Situation für den Frachtverkehr. Deshalb werde der Elbe-Seitenkanal genutzt.

„Rund 30 Prozent mehr an Ladungsmenge und etwa 25 Prozent mehr an Schiffsverkehr im Vergleich zum Vorjahr wurden 2014 in Uelzen registriert“, so Römer. Das deutliche Plus ergebe sich jedoch nicht allein aus den Niedrigwasserphasen der Elbe wegen eines fehlenden Niederschlags in diesem Jahr, sondern auch durch einen milden Winter. Und: Im vergangenen Jahr verfügte die Elbe eher über zu viel Wasser als über zu wenig. Im Juni 2013 herrschte Hochwasser, Feuerwehrmänner sicherten die Deiche.

Für den Frachtverkehr ist der niedrige Elbepegelstand in diesem Jahr ein Ärgernis, haben die Schiffsmannschaften doch nicht nur auszuweichen, sondern sich wegen des Betriebs auf dem Elbe-Seitenkanal auch auf längere Wartezeiten beim Schleusen einzustellen. Die Schleuse in Scharnebeck, berichtet Kai Römer, sei nur teilweise nutzbar. „Der Osttrog ist nicht in Betrieb“, so der Sachgebietsleiter. Es würden Dichtungen ausgetauscht. Die Frachter hätten deshalb teils Wartezeiten von bis zu sechs Stunden in Scharnebeck in Kauf zunehmen, sagt Römer.

So liegen die Frachter hintereinander gereiht vor den Schleusentoren – Stau auf dem Elbe-Seitenkanal.

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