Aus für Standort Ebstorf

Bleiben die Stühle oben? Die BBB II wird bis zum Ende des Jahrzehntes ihre Standorte an der Veerßer Straße und in Ebstorf aufgeben, lautet die Empfehlung der Schulplaner. (Foto: Ph. Schulze)

Von Marc Rath Uelzen/Landkreis. Die künftige Entwicklung bei den Schülerzahlen und den Schullaufbahnen wird "weitreichende Folgen" für die berufsbildenden Schulen haben. Zu diesem Schluss kommen die Autoren des Gutachtens zur Schulentwicklung des Landkreises, Hubertus Schober und Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region.

Nach ihren Erhebungen wird die Schülerzahl an den berufsbildenden Schulen im Landkreis bis zum Schuljahr 2021/22 voraussichtlich um 26 Prozent auf dann nur noch 454 Schüler sinken. Eine Veränderung werde es auch bei der Zusammensetzung geben: Bislang kommen noch fast die Hälfte der Schüler aus Hauptschulen. In zehn Jahren werden hingegen fast zwei Drittel der Schüler an den berufsbildenden Schulen einen Realschulabschluss vorweisen, lautet die Prognose der Schulentwicklungsplaner.

Schober und Krämer-Mandeau gehen aufgrund der demografischen Entwicklung davon aus, dass es in der Region künftig zu wenig Bewerber um die dann vorhandenen Ausbildunsplätze geben wird. "Eine Berufsvorbereitung oder -grundbildung wird es an den berufsbildenden Schulen zukünftig nicht mehr geben", schlussfolgern die Gutachter. Diese werden bereits "als integraler Bestandteil in das allgemeine bildende Schulwesen verlagert".

Künftig müssten sich die Berufsbildenden Schulen auf vier Rollen konzentrieren, lautet ihre Empfehlung:

• Ablauf- und Stützpunkte für schwer vermittelbare Jugendliche.

• Erhalt und Ausbau der Erzieherinnenausbildung und Ausbildung von sozialpädagogischen Fachkräften mit dem Aufbau eines Regionalen Kompetenzzentrums.

• Erhalt und Ausbau der Bildungsgänge, die zur Hochschulreife führen. Die Nachfrage danach könnte "mit zunehmender Verunsicherung von Eltern und Schülern aufgrund der verkürzten gymnasialen Schullaufbahn (G8) an Fahrt gewinnen".

• Zudem raten die Gutachter zu einer "zeitnahen Anpassung an Veränderungen im Ausbildungssystem". Dazu empfehlen sie enge Abstimmungen über die Kreisgrenzen hinweg und mit der Schulaufsicht.

Die Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf die Standorte: Während die Berufsbildenden Schulen I bei den Planungen bis zum Schuljahr 2021/22 ihre Standorte Scharnhorststraße und Wilhelm-Seedorf-Straße erhalten können, gehen die Gutachter bei der BBS II Georgsanstalt davon aus, dass sie ihre Außenstellen Veerßer Straße und Ebstorf aufgeben muss und das geplante Regionale Kompetenzzentrum für die Erzieherinnenausbildung in die Pestalozzischule verlagert wird.

"Beide berufsbildenden Schulen werden in der Folge der längerfristig zurückgehenden Schülerzahlen über begrenzte Raumpuffer verfügen, die den Schulen und dem Landkreis Uelzen - vor dem Hintergrund des fortschreitenden Wandels im Ausbildungs- und Beschäftigungssystems - Raum und Potenzial für zukunftsoffene Strukturen der berufsbildenden Schulangebote und deren weiterer Entwicklung schaffen", schreiben die Autoren.

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