Nach Beschwerde: Verwaltung hält Marktcenter-Projekt für verfahrenskonform

Stadt verteidigt Planung

Uelzen. Die GWB Immobilien AG aus Siek hat, wie berichtet, beim Niedersächsischen Verbraucherschutzministerium Beschwerde gegen das Marktcenter-Projekt in Uelzen eingelegt.

Sie ist der Auffassung, dass die Stadt mit veränderten Bedingungen, die nach der Zuschlagserteilung an die Hanseatische Betreuungs- und Beteiligungsgesellschaft (HBB) erfolgten, das Wettbewerbsrecht verletzt. „Die Auffassung der GWB ist falsch“, stellt dazu Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull auf AZ-Nachfrage fest, „weil die in der Ausschreibung und im Vergabeverfahren beschriebenen nforderungen eingehalten wurden und werden. “.

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Die Verkaufsflächen entsprächen den Anforderungen des Verfahrens, so Scheele-Krogull, und seien „bewusst als Circa-Größen festgelegt, um den Investoren einen gewissen Spielraum einzuräumen“. Die GWB, die aus wirtschaftlichen Gründen auf eine Bewerbung um das Marktcenter-Projekt verzichtet hatte, beanstandet, dass die Flächen der beiden großen Mieter – REWE und ein noch zu findender Elektronikfachmarkt – zugunsten mehrerer kleinteiliger Verkaufsflächen reduziert worden seien, die wiederum Konkurrenz zu Innenstadt-Händlern darstellen könnten. „REWE ist Mieter für circa 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche“, so der Stadtbaurat dazu. „Es war von vornherein vorgesehen, dass diese Fläche auch Konzessionäre berücksichtigt.“ Diese würden in einer sogenannten Mall – einem Hauptgang mit angrenzenden Verkaufsflächen – angeordnet, außerdem werde eine Gastronomie eingerichtet. Für einen Elektronikfachmarkt bestehe weiterhin die Vorgabe von mindestens 2000 Quadratmetern Verkaufsfläche, die von HBB einzuhalten sei, betont Scheele-Krogull.

Zu den nachträglich zwischen HBB und Stadt Uelzen vereinbarten Änderungen (Parksituation, Gebäudehülle und andere) betont der Stadtbaurat: „Die bisherigen Änderungen am geplanten Gebäude befinden sich sämtlich im Rahmen der Ausschreibung und des Anforderungskatalogs.“

Auch den Vorwurf, auf Basis veralteter Marktdaten zu planen, weist die Stadt zurück. „Die Fortschreibung des Lebensmitteleinzelhandelsgutachtens ist aus dem Jahr 2010 und die letzte Bestandserhebung in der Elektronikbranche aus 2011“, so Scheele-Krogull. Im Vergleich zum Ursprungsgutachten aus 2006 seien Flächen von Verbrauchermärkten mit breitem Sortiment und auch der Elektronikbranche in der Stadt an anderer Stelle entfallen.

Unterm Strich habe das Vorgehen der GWB keinen Einfluss auf das Marktcenter-Projekt, so Scheele-Krogull: „HBB plant, im Frühjahr 2014 mit dem Hochbau zu beginnen und hat eine Bauzeit von 15 bis 18 Monaten angekündigt.“

Von Ines Bräutigam

Einen weiteren Artikel finden Sie in der Mittwochsausgabe der AZ.

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