Stadt sieht keinen Anlass zum Handeln

Hella Nottorf, Leiterin der Grundschule Molzen, kann aufatmen: Die Stadt sieht mittelfristig keinen Grund, den Standort zu schließen. Gleiches gilt für alle anderen Schulen in Uelzen.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. So voll war es auf einer Sitzung des städtischen Schulausschusses schon lange nicht mehr: Etwa 30 Zuhörer drängten sich in den kleinen Sitzungssaal des Rathauses. Doch wer von ihnen überraschende oder neue Aussagen zum Schulentwicklungs-Gutachten im Kreis Uelzen erwartet hatte, sah sich getäuscht: „Die Schulen in der Stadt Uelzen sehen keinen Veränderungsbedarf“, fasste Bürgermeister Otto Lukat die im Rathaus eingegangenen Stellungnahmen der Lehranstalten zusammen.

Einzig die Lucas-Backmeister-Schule können sich die Einführung eines Ganztagsbetriebs vorstellen. Ansonsten denke keine Schule „über eine Zusammenarbeit über den eigenen Standort hinaus“, berichtete Lukat. Allerdings habe sich in der Debatte über die Schulentwicklung inzwischen ein neuer Sachstand ergeben: Das Land Niedersachsen hat angekündigt, die Oberschule einführen zu wollen, bei der Haupt- und Realschulen zusammengelegt werden (AZ berichtete). Hier sei für Dezember eine Entscheidung der Landesregierung zu erwarten. „Die Elternbefragungen im Schulentwicklungs-Gutachten berücksichtigen damit nicht mehr den Status des Schuljahres 2011/12“, erklärte Lukat.

Trotzdem empfiehlt die Stadtverwaltung, an den Schulstandorten in Uelzen vorerst nichts zu verändern. „Aus unserer Sicht gibt es aus dem Schulgutachten keinen unmittelbaren Zwang zu Maßnahmen“, sagte Lukat. Damit trat er Befürchtungen entgegen, die Grundschule Molzen könnte mittelfristig aufgegeben werden. „Es gibt keine Absicht und keinen nachvollziehbaren Anlass für uns als Schulträger, diese Schule zu schließen“, betonte Lukat. Dieser Schritt wäre nur dann erforderlich, wenn es keine Schüler mehr in Molzen gebe oder die Lehrerversorgung nicht mehr gewährleistet wäre – ein momentan unrealistisches Szenario. Auch eine Außenstelle anderer Grundschulen in Molzen einzurichten, sei „derzeit überhaupt nicht relevant“ für die Stadt, sagte Lukat.

Zustimmung erntete er von Jörg Kramer (SPD). Uelzen sei „auf einem guten Weg“, weil in den vergangenen Jahren mehr als zehn Millionen Euro in die Sanierung der Schulen und in Ganztagsangebote investiert worden seien, erklärte er. Entscheidend für die Zukunft sei die personelle Absicherung: „Solange Lehrer gestellt werden, ist der Bestand unserer Grundschulen nicht in Frage gestellt.“ Henning Gröfke (CDU) hält das Schulentwicklungsgutachten indes nicht für zwingend aussagekräftig. „Die darin genannten Schülerzahlen stimmen nicht, sie sind durchgängig höher als dort dargestellt“, kritisierte er. Seite 4

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