Restaurant Alcatraz: Erst am nächsten Tag wird das ganze Ausmaß des Schadens sichtbar

Spurensuche in den Trümmern

Brandermittler Helmut Montag bei der Suche in den Trümmern: Hier standen die Müllcontainer des Restaurants – sie sind komplett verbrannt oder geschmolzen. Fotos: Mitzlaff

Uelzen. Das Alcatraz, 24 Stunden nach dem Feuer: Noch immer zieht beißender Gestank bis auf den Fußweg. Die Polizei hat die Verbindung zwischen Mühlenstraße und Hammerstein-Parkplatz absperren lassen.

Während Kriminalbeamte die Trümmer nach Spuren durchforsten, untersuchen Techniker der Stadtwerke den Schaltkasten des Wasserkraftwerkes im Gebäude neben dem Restaurant. Wie schwer die Anlage in Mitleidenschaft gezogen wurde, lässt sich noch nicht abschätzen. Dicker Ruß hat sich auf die Wände und Leitungen gelegt, welche Schäden die große Hitze angerichtet hat, kann nur bei gründlichen Untersuchungen ermittelt werden.

Der Eingangsbereich des Wasserkraftwerkes: Wie hoch hier der Schaden ist, muss noch ermittelt werden.

Im Restaurant sitzt Inhaber Philipp Trumpf und führt ein Telefonat nach dem anderen. Bestandsaufnahme am Tag nach dem verheerenden Brand. Trumpf hat durch den Anruf eines Bekannten Sonntagfrüh erfahren, dass aus dem Dach seines Lokals Flammen schlagen. Der Feuerwehr war zunächst ein Mülltonnenbrand gemeldet worden. Ein Routineeinsatz also gewissermaßen. Doch dann gehen bei der Notrufzentrale immer neue Anrufe ein, bei denen Zeugen meterhohe Flammen melden. Der Einsatzleister alarmiert schließlich die gesamte Uelzener Feuerwehr – „und wir konnten auch jeden Mann gebrauchen“, bilanzierte gestern Ortsbrandmeister Reiner Seidel.

Die großen Mülltonnen mit Essensresten, Altpapier und Verpackungsabfall schmelzen und setzen giftige Dämpfe frei, „über die Blechverkleidung am Gebäude können die Flammen regelrecht weiterlaufen“, schildert Seidel. Die Einsatzkräfte stemmen das Dach auf, um ein Ausbreiten des Brandes verhindern zu können. Es ist Minutensache – das wird gestern bei einer ersten Bestandsaufnahme deutlich. „Die Feuerwehr war unheimlich schnell vor Ort und hat einen sehr professionellen Job gemacht, sonst hätten wir hier einen Totalschaden“, weiß Philipp Trumpf und zeigt, wie weit die Flammen gekommen sind. Lediglich eine einzige weitere Wand hätten dem Feuer zum Opfer fallen müssen, dann hätte sich der Brand über das gesamte Restaurant ausgebreitet. „Und dann hätten wir hier wohl einen Totalschaden gehabt“, befürchtet der Inhaber. So aber können Lokal und Küche weiter genutzt werden.

Sonntagfrüh um drei Uhr hatte das Personal des Alcatraz abgeschlossen. Um 6.20 Uhr stellen dann Reinigungskräfte starken Rauchgeruch fest und alarmieren die Feuerwehr – die ist dann zwei Stunden lang im Löscheinsatz.

Der Inhaber des Alcatraz versucht das Beste aus dem Vorfall zu machen. „Wir warten jetzt noch auf den Gutachter der Versicherung und dann werden wir die Tage zu einer Komplettrenovierung nutzen“, sagt Philipp Trumpf. Schon am Wochenende hofft er wieder öffnen zu können.

Wie lange derweil das benachbarte Wasserkraftwerk ausfällt, ist noch nicht absehbar. Die Anlage war 1991 in Betrieb genommen werden. Bei einem Wasserstrom aus der Ilmenau von bis zu 6000 Litern in der Sekunde erzeugt das Kraftwerk eigentlich bis zu 220 000 Kilowattstunden pro Jahr.

Von Thomas Mitzlaff

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