ÖPNV-Konzept steht / Zügige Entscheidung für Fahrplanumstellung zum Herbst

„Sportliche“ Leistung

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Bitte einsteigen! Der Schülertransport spielt bei dem ÖPNV-Konzept eine gewichtige Rolle, so ist eine Umstellung zum neuen Schuljahr 2013/14 geplant. Das könnte doch knapp werden.

Uelzen. Raus aus der Umleitung, rein in die politische Diskussion: Nach einer Überarbeitung steht das Verkehrskonzept für den Landkreis Uelzen. Für eine Umsetzung müssen nun noch die Gewählten grünes Licht geben.

Dazu wird der Ausschuss zur Förderung der Wirtschaft, der Landwirtschaft und des Verkehrs bei seiner Sitzung am kommenden Mittwoch, 3. April, über den Entwurf beraten.

Der Vorsitzende des Gremiums Rainer Fabel macht vorab im Gespräch mit der AZ deutlich, was bei den Beratungen eine gewichtige Rolle für die Ausschussmitglieder spielen wird: „Von Bedeutung ist, wie hoch die Kosten für die Realisierung des Konzeptes sind, ob der finanzielle Rahmen eingehalten wurde, das Preisleistungsverhältnis stimmt. Zudem war die Anbindung des ländlichen Raumes und der Dörfer ein Thema, sodass geschaut werden muss, ob die Ergänzungswünsche eingearbeitet wurden. Womöglich ist die Beschlussvorlage noch einmal in den Fraktionen zu behandeln.“

Was den finanziellen Rahmen für die Umsetzung des Konzeptes betrifft, so erklärt der Landkreis, dass die gegenwärtige Kostenschätzung 7000 Euro über den von Kreistagsmitgliedern gebilligten zusätzlichen 100 000 Euro jährlich für den ÖPNV liege. Ohne Schülerverkehr kostete der Öffentliche Nahverkehr jährlich bislang rund 2,6 Millionen Euro. Wie Kreissprecher Martin Theine betont, handele es sich bei der Ermittlung der Umstellungskosten um eine Schätzung auf Grundlage der zu befahrenden Linienkilometer. „Eine Detailplanung der Kosten wird erst nach einer grundlegenden Zustimmung erstellt werden“, so der Kreissprecher.

Dieser Weg, so erklärt Frank Wiesner von der Verkehrsgesellschaft Nord-Ost-Niedersachsen (VNO) – sie hat das ÖPNV-Konzept für den Landkreis erstellt –, sei nötig, da erst mit den politischen Entscheidungen klar sei, welche Leistungen erbracht werden müssten. Die Kostenermittlung erfolge in Zusammenarbeit mit der Regionalbus Braunschweig GmbH (RBB), die im Landkreis Uelzen für den ÖPNV zuständig ist. 24 RBB-Busse sowie weitere Fahrzeuge der von der Gesellschaft beauftragten Busunternehmen touren zwischen Bienenbüttel und Bad Bodenteich. Zum jetztigen Zeitpunkt, so meint Hans-Joachim Leibrandt, Geschäftsstellenleiter der RBB in Uelzen, könne sein Unternehmen lediglich Hinweise zu den Kosten geben, Genaueres sei dann zu sagen, wenn das Konzept bewilligt wurde. „Ich kann sagen, dass es für Rufbusse eine Dispositionstelle geben muss, also eine Anrufzentrale, die zu besetzen und bezahlen ist. Die Politik hat dann darüber zu befinden, ob sie diese dann auch willn“, meint Leibrandt.

Geplant ist, die Fahrpläne für die Busse zum neuen Schuljahresbeginn 2013/14 umzustellen – und dies in einem Rutsch. So wünscht es sich die Politik, wie es aus dem Kreishaus heißt. Dazu müsste nun aber die politischen Entscheidung getroffen werden, sagt Frank Wiesner von der VNO. Schon jetzt sei eine Umstellung zum Herbst eine „sportliche“ Leistung, weitere gewünschte Ergänzungen oder eine längere politische Beratung des Konzeptes würden zu einer späteren Umstellung führen. Diese könnte dann nach Aussage von Martin Theine zum Schulhalbjahr 2013/14 erfolgen, zumal von der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) eine erforderliche Genehmigung vorliegen müsse.

Vorausgesetzt der Wirtschaftsförderungsausschuss gibt eine Empfehlung ab und die Fraktionen bilden sich zeitig eine Meinung, könnte der Kreisausschuss bei seiner Sitzung am Dienstag, 9. April, das Konzept und die Umsetzung bewilligen. Der Kreistag muss nicht darüber befinden.

Von Norman Reuter

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