Erstes Uelzener Spielfest für alle Generationen am Lessing-Gymnasium

Sport als Integrationshelfer

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Koordination und Geschick waren ebenfalls gefragt bei der Spaß-Olympiade.

Uelzen. Die Idee reifte auf einer Ausbilder-Tagung zum Thema Flucht und Flüchtlinge. Julia Lehmann, Lehrerin an den Berufsbildenden Schulen II (BBS II).

Dort zuständig für den Bereich Fachschule für Sozialpädagogik, stellte sie mit anderen Teilnehmern Überlegungen an, was man tun könne, um Flüchtlingen die Eingliederung in die Gesellschaft zu erleichtern. Aus vielen gemeinsamen Kreativ-Ansätzen entstand schließlich das erste Uelzener Spielefest „Spiel und Sport ohne Grenzen“. Partner für die konkrete Umsetzung waren schnell gefunden, fast alle beteiligten Organisationen haben in ihrer täglichen Arbeit mit dem Thema Flüchtlinge zu tun.

Hoch hinaus ging es bei Spiel ohne Grenzen: Bis zu zwölf Meter hoch konnte man klettern.

Samstagnachmittag wurde so der Sportplatz am Lessing-Gymnasium zum Spieleparadies für alle Generationen: Es gab einen Sinnespavillon, Spiele für die Kleinsten mit Seifenblasen und Goldnuggets sieben, ein Zirkuszelt für Akrobatik und Jonglage, Breakdance, eine Spaßolympiade, klettern bis in zwölf Metern Höhe und zahlreiche erlebnispädagogische Spiele. Besonders letztere hatten das Ziel, den Kontakt mit den Flüchtlingen zu intensivieren. „Wir hatten gezielt nach Spielen gesucht, wo es nicht primär auf die Kommunikation wohl aber auf die Kooperation ankommt“, erklärte Julia Lehmann. Zum Beispiel das „wandernde A“, wo sich ein Mitspieler einige Meter auf einer Art riesiger Buchstaben-Stelze fortbewegen muss. Das allerdings ist nur zu schaffen, indem vier Mitspieler mit Hilfen von Seilen die Balance des hölzernen Getüms halten.

Breakdance stand auch dem Programm auf dem Gelände des Lessing-Gymnasiums.

Von organisatorischer Seite aus hätte es also nicht besser laufen können, allein: Es fehlten leider die Gäste. Verwaist der Parcour der Spaßolympiade, ebenso die beiden angrenzenden Felder des „Wikinger-Spiels“, sowie viele weitere Stationen. Rund 30 bis 40 Besucher konnten den immensen Aufwand nicht rechtfertigen, das sah auch Julia Lehmann so, hatte aber auch keine rechte Erklärung für das Fernbleiben der Zielgruppe, insbesondere der Kinder im Grundschulalter. „Alle Grundschulen und Kitas hatten von uns Informationsflyer und Plakate bekommen, sämtliche Beteiligte wurden per Mail informiert“, rätselt Lehmann, „vielleicht hätten wir doch noch mehr an die Öffentlichkeit gehen sollen“. Fazit: Wer gekommen war, hatte seinen Spaß und alle Ferngebliebenen haben etwas verpasst.

Von Oliver Huchthausen

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