Landwirte fahren zwölf Prozent mehr Ernte beim Zucker ein / Technische Probleme im Uelzener Werk

Spitzenjahr für die Rübenanbauer

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Die hiesigen Rübenanbauer wurden während der Winterversammlung in Emmen ausführlich über alle wichtigen Themen informiert. Sie zeigten sich mit der derzeitigen Lage zufrieden.

oll Emmen. 60 Landwirte haben gestern auf der Winterversammlung des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes Nord in Emmen den Vorträgen gelauscht.

Friedhelm Jordan, stellvertretender Vorsitzender des Verbandes, sprach im Gasthaus Pasemann von einem„Spitzenjahr der Rübe“ im vergangenen Jahr.

Die Nordzucker AG und die Zuckerrübenanbauerverbände zogen eine positive Bilanz der Kampagne. „Auch im Naturraum Nordkreis Gifhorn blicken wir auf ein erfreuliches Rübenjahr zurück. Mit 13,3 Tonnen Zucker ernteten unsere Rübenanbauer zwölf Prozent mehr Zucker vom Hektar als im Schnitt der letzten Jahre“, so Jordan.

Von kleineren und größeren Problemen berichtete Georg Sander, Rübenmanager der Nordzucker AG im Werk Uelzen. Trotz erhöhter Instandhaltungsarbeiten lag die Verarbeitungsleistung der Zuckerfabrik Uelzen etwa acht Prozent unter den Erwartungen, sagte Sander. Die Aussaat erfolgte schon im März unter sehr guten und trockenen Bedingungen, bevor sich Kühle und Trockenheit im August und September abwechselten und den Ertrag zunächst begrenzten – bis dann Ende September, Anfang Oktober, der Regen einsetzte und dadurch akzeptable Rüben- und Zuckererträge erreicht werden konnten.

Die Nordzucker AG investierte im Werk Uelzen rund 12 Millionen Euro und gab zusätzlich im laufenden Jahr noch einmal 920 000 Euro für kurzfristige Instandsetzungsmaßnahmen aus, um in den 136 Tagen der Hauptkampagne rund 2,3 Millionen Tonnen Rüben zu verarbeiten. Im Durchschnitt waren das in dieser Kampagne täglich etwa 16 935 Tonnen, was dem Rückgang von etwa acht Prozent entsprach, so Sander.

Durch die technischen Probleme im Uelzener Werk wurden 110 000 Tonnen Zuckerrüben in die Werke nach Schladen, Nordstemmen und Clauen verlagert, sagte Sander weiter. Der Geschäftsführer des Rübenanbauer- und Aktionärsverbandes Nord Stefan Büsching hielt Rückschau und berichtete über die Vor- und Nachteile der Früh- beziehungsweise Spätlieferungen. Immerhin seien im Nordkreis Gifhorn 15 Prozent mehr Ertrag erzielt worden, was im Ergebnis auch einen zufrieden stellenden Preis von 49,04 Euro je Tonne Zuckerrüben gebracht habe.

Im Durchschnitt ernteten die Rübenanbauer aus dem Nordkreis 73,1 Tonnen pro Hektar. Wichtig sei auch für die Zukunft, dass Verluste auf dem Acker minimiert, die Qualität des Rübenanbaus weiterhin optimiert und die Wirtschaftlichkeit in einem ausgewogenen Verhältnis von Risiken und Chancen zu bewerten seien. Das setze voraus, dass eine frühe Bestellung und eine fachgerechte Mietenpflege anzustreben seien. Hohe Markterlöse ermöglichen eine gute Rübenbezahlung, so Büsching.

Ralf Wrede empfahl den Rübenanbauern, dass sie die Witterungsbedingungen und den gezielten Einsatz von Wirkstoffen gegen Unkraut besonders beachten müssen. Eckhard Hinrichs vom Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer stellte den Vergleich in der Europäischen Union heraus und sagte, dass Deutschland neben Spanien, den Niederlanden und Frankreich an vierter Stelle des Rübenanbaus liege.

Volker Bückmann von der Nordzucker AG machte deutlich, dass in 2012 rund 1,2 Millionen Tonnen Zuckerrüben zu 140 000 Kubikmeter Ethanol verarbeitet wurden. Die Zuckerlager seien randvoll. Bei einer Eigenkapitalquote von 55 Prozent und einem Gewinn von rund 308 Millionen Euro in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 habe die Nordzucker AG gut gewirtschaftet, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Nordzucker AG Hans-Christian Koehler. Regionalvertreter Hinrich Bohne aus Zasenbeck wurde bei einer Enthaltung in seinem Amt bestätigt.

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