Metronom fordert mehr Kapazitäten

Spitze Kritik per Twitter am InterRegioExpress

Mit diesen T-Shirts begleitete Metronom die Jungfernfahrt des InterRegioExpress und zeigte das Bild online. Foto: privat

UELZEN - Der neue InterRegioExpress (IRE) zwischen Berlin und Hamburg legt den Konkurrenzkampf von Eisenbahn-Unternehmen um das Streckennetz offen. Metronom-Sprecher Björn Pamperin hat die Jungfernfahrt des IRE der Deutschen Bahn (DB) begleitet und online über Twitter und Facebook nicht an spitzer Kritik gespart.

Daraufhin erntete er harsche Reaktionen anderer Internetnutzer und es entbrannte ein Streit darüber, ob dieses „DB-Bashing“ angebracht ist oder ob Konkurrenz vielmehr das Geschäft belebt.

Als „DB-Bashing“ (eine öffentliche Beschimpfung) will Pamperin die seiner Aussage nach „ironisch und spaßig“ formulierten Seitenhiebe jedoch nicht bezeichnen. Seine Formulierungen seien nicht gegen die Deutsche Bahn und deren Mitarbeiter gerichtet. Er habe die Gelegenheit genutzt, um einmal auf andere Weise Kritik an der Infrastruktur zu äußern. „Wir wissen alle, dass die Strecken stark ausgelastet sind und die Kapazitäten nicht ausreichen.“ Metronom bemühe sich seit Jahren darum, zusätzliche Zugverbindungen zu schaffen. „Woher kommen plötzlich die freien Trassen für den IRE?“, will er wissen.

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Aus Sicht der Deutschen Bahn fährt der IRE außer Konkurrenz. Es sei im Fahrplan angegeben, dass Fahrgäste aus Berlin in Uelzen lediglich aussteigen, aber nicht zusteigen dürften, betont Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Auf der Fahrt von Hamburg in die Bundeshauptstadt gebe es wiederum nur Gelegenheit, beim Halt in Uelzen zuzusteigen, statt den Zug zu verlassen. Und zum Thema Trasse habe es keine Anfrage von Metronom gegeben. Zudem fahre der IRE absichtlich außerhalb stark frequentierter Zeiten, erklärt Meyer-Lovis.

Metronom-Züge seien aber gerade zwischen 16 und 17 Uhr überfüllt – wenn der IRE in Hamburg losfährt, sagt Pamperin und betrachtet den IRE daher als Konkurrenz. Und: Eine einfache IRE-Fahrt von Berlin nach Hamburg über Uelzen kostet 19,90 Euro. Zum Vergleich: Für eine Fahrt lediglich von Uelzen bis Hamburg mit dem Metronom zahlt der Fahrgast fast genauso viel – 17,80 Euro im Niedersachsen-Tarif.

„Der erste Aufreger: reservierte Plätze sind nicht ausgeschildert. Ich mache Platz für eine vierköpfige Familie mit Reservierung“, schrieb Björn Pamperin während der IRE-Jungfernfahrt. Später hieß es: „Platzwechsel die dritte... wieder saß ich auf einem reservierten Platz... ohne Anzeige.“ Und schließlich: „Freiwilliger Platzwechsel – zwei Wagen weiter. Eine neue Überraschung: hier ist es a...kalt.“ Pamperin räumt gestern ein, „dass wir das eine oder andere vielleicht zu sehr überspitzt dargestellt haben“. Aber: „Wir sind nach wie vor der Meinung, dass unsere Fahrzeuge komfortabler sind.“ Dennoch wolle sich Metronom heute bei den DB-Kollegen melden und das klarstellen.

Von Diane Baatani

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