AZ-Wettermann zieht Bilanz über ein Wetterjahr mit Mittelmaß und Extremen

Spektakuläre Kälte im März

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Krokusse im Schnee – einen so kalten Frühling wie den in 2013 hat es seit mehr als 100 Jahren nicht gegeben.

Uelzen/Landkreis. Im Kreis Uelzen war das vergangene Wetterjahr insgesamt von viel Mittelmaß geprägt. Allerdings warteten einzelne Monate mit jeder Menge Wetterextreme auf, vor allem im Frühjahr und Sommer. Spektakulär war die Jahrhundertkälte im März.

Interessanterweise sanken die Temperaturen in Uelzen schon ab Dezember 2012 kontinuierlich von durchschnittlich 1,6˚C auf 0˚C im Februar und schließlich -0,7˚C im März ab.

Während wir in der ersten März-Woche bei 14 Grad noch auf ein zeitiges Ende des Winters hoffen konnten, kam es zu Beginn des zweiten Monatsdrittels zu einem massiven Vorstoß kontinentaler Arktikluft aus Nordsibirien nach Norddeutschland. Dabei wurden erst am 13. März mit -15,9˚C – am Boden über fünf Zentimeter Schnee bis -18,5˚C – die niedrigsten Temperaturen des Winters gemessen.

Den Höhepunkt der späten und extremen Kältewelle markierte der 23. März, als das Thermometer in Uelzen selbst am Tag nicht über -2,2 Grad hinauskam (neuer Dekadenrekord) und in der folgenden Nacht auf -8,6 Grad sank. Um auf ein noch kälteres letztes März-Drittel zu treffen, muss man 130 Jahre zurückgehen: Im März 1883 traten in Norddeutschland sogar noch deutlich tiefere Monatsmittel auf (Lüneburg: -1,7˚C).

Auf die Jahrhundertkälte im März folgte das frostigste erste April-Drittel seit 1987 mit dem kältesten Osterfest seit mindesten 100 Jahren. Es schloss sich einer der feuchtesten Mai-Monate seit Messbeginn an. Das letzte Mai-Drittel war zudem das sonnenscheinärmste jemals mit dem trübsten Pfingstfest aller Zeiten. Das gesamte Frühjahr war um 1,2 Grad zu kalt und damit das kühlste seit 1987.

Im Juli trumpfte dann der Sommer auf. Beständige Hochdrucklagen sorgten für Tagestemperaturen um 25 Grad. Das Tüpfelchen auf dem „i“ waren drei nordafrikanische Hitzewellen mit über 30 Grad, die uns Ende des zweiten Juni-Drittels, in der letzten Juli-Dekade und Anfang August ins Schwitzen brachten (Jahresmaximum Uelzen am 2. August 35,2˚C).

Der Herbst gab sich überwiegend unauffällig. Bliebe noch der 3 Grad zu warme Dezember zu erwähnen. In subtropischer Warmluft stieg das Quecksilber an Heiligabend in Uelzen auf knapp 14 Grad. Gut zwei Grad mehr als 2012, aber noch keine neue Bestmarke. Die hält unangefochten Heiligabend 1977, – als das Thermometer erst bei sagenhaften 16 Grad stoppte.

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