„Festnahmen“ auf dem Funkturm

Spektakulär: Abschlussprüfungen für die Sondereinheit der Uelzener Bundespolizei

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Abschlussprüfung an einem eigens zur Verfügung gestellten Metronom-Waggon: Besondere Lagen im Umfeld von gewalttätigen Fußballfans gehört zu den Aufgaben der Festnahmehundertschaft.

Uelzen. Ihr Job ist es, auch in kritischen Situationen den Überblick zu behalten, Rädelsführer herauszugreifen und gerichtsverwertbare Beweise für eine Verurteilung zu sammeln: Die Bundespolizei hält im Bundesgebiet fünf Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaften bereit – eine davon in Uelzen.

Nach umfassender und knallharter Zusatzausbildung am Hainberg haben es jetzt neun weitere Polizisten geschafft – sie werden diese Einheit verstärken.

Übung der Uelzener Bundespolizei (Archiv)

 

Die Uelzener Einsatzkräfte machten erst in dieser Woche Schlagzeilen, als sie mit Kollegen anderer Einheiten in Kassel einen 22-jährigen mutmaßlichen Schleuser festnahmen. Doch auch besondere Lagen im Umfeld von gewalttätigen Fußballfans und Demonstrationen zählen zu ihren Tätigkeitsfeldern. Die spezialisierten Einheiten werden im gesamten Bundesgebiet und auch zur Unterstützung der Landespolizeien eingesetzt.

Die Abschlussübungen, deren erfolgreiche Bewältigung die Zulassung zur Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft bedeutet, sind über zwei Tage verteilt und haben es in sich. 14 Bundespolizisten und ein Hamburger Landespolizist hatten sich für den neunwöchigen Lehrgang gemeldet, neun von ihnen beendeten die Fortbildung erfolgreich.

Beim praktischen Teil der Abschlussprüfung stand das Uelzener Eisenbahnunternehmen Metronom hilfreich zur Seite, das eigens einen Waggon freihielt. Dort sahen sich die Lehrgangsteilnehmer einer größeren Gruppe von Störern gegenüber, die mit Flaschen und anderen Gegenständen warfen.

Hier wurde konsequentes Einschreiten und taktisches Verständnis in den Vordergrund gestellt. An der Übung nahmen mehr als 250 Polizeibeamte aus den verschiedensten Dienststellen der Bundespolizei und der Landespolizei Hamburg teil.

Am Folgetag waren wiederum verschiedene Stationen im Stadtgebiet der Hansestadt Uelzen zu bewältigen, wobei zum Beispiel die „Festnahme von Straftätern“ auf dem besetzten Funkturm in Uelzen geübt wurde. Die 158 Meter Höhenunterschied wurden in kürzester Zeit überwunden. Ein weiterer Höhepunkt war die Verlegung des Lehrgangs mittels eines Hubschraubers der Fliegerstaffel der Bundespolizei.

Bei allen Stationen an diesem Tag stand der Teamgedanke im Vordergrund, denn die BFE, wie diese Einheit genannt wird, benötigt besonders geschulte, aber auch dem Teamgedanken verpflichtete Kollegen.

Nach diesen anstrengenden Tagen beglückwünschten Polizeioberrat Gasow, der stellvertretende Abteilungsführer der Bundespolizeiabteilung Uelzen, und der Erste Polizeihauptkommissar Lewerenz, Einheitsführer der Beweissicherungs- und Festnahmehundertschaft, die Lehrgangsteilnehmer in der Unterkunft am Hainberg.

Von Thomas Mitzlaff

Ausrüstung der Bundespolizei Uelzen

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