Stadt und Kreis Uelzen wollen künftig noch enger kooperieren – und damit ihre Kosten senken

Der Sparzwang schweißt zusammen

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Die Verwaltungen des Uelzener Rathauses (links) und des Kreishauses arbeiten bei mehreren Projekten bereits erfolgreich zusammen.

Uelzen. Die Ansage des niedersächsischen Innenministeriums ist eindeutig: Der Kreis Uelzen muss jede Einsparmöglichkeit in seinem Haushalt nutzen. Im Gegenzug erhält er vom Land die vertraglich zugesicherte Entschuldungshilfe in Höhe von 60 Millionen Euro (AZ berichtete).

Doch auch die Stadt Uelzen muss kräftig sparen. Schließlich hat sie ebenfalls einen Antrag auf Finanzhilfe gestellt. Zudem wird ihr Haushalt 2012 weiter deutlich ins Minus rutschen. Doch wie lassen sich künftig Kosten in nennenswerter Höhe sparen, ohne Leistungen einschränken zu müssen? Die Antwort der Kreis- und der Stadtverwaltung: Bestehende Kooperationen der beiden Partner sollen ausgebaut und neue geknüpft werden.

Das lässt nach Ansicht von Uelzens Bürgermeister Otto Lukat und Landrat Theodor Elster einiges für die Zukunft erwarten. „Über unsere gemeinsame IT-Tochter können wir noch Etliches machen“, hofft Lukat auf eine künftig noch intensivere Zusammenarbeit mit dem Landkreis. „Das ist die Basis für vieles mehr.“

So schwebt Lukat schon seit langem das Projekt „Shared Services“ vor. Dabei werden Verwaltungsleistungen gebündelt und danach den einzelnen Partnern zur Verfügung gestellt. Das spare Kosten und sei viel effektiver, als wenn jede Stadt oder Gemeinde ihre Aufgaben eigenständig erledige, meint der Bürgermeister. Aber auch beim Personal hält er einen engeren Austausch für möglich und sinnvoll.

Eine intensivere Kooperation der Verwaltungen bietet seiner Ansicht nach „eine große Chance. Wenn wir sie nutzen, erlischt beim Land vielleicht die Freude an einer Zwangsfusion des Kreises Uelzen“, hofft der Rathaus-Chef auf den Erhalt der kommunalen Selbstständigkeit.

Ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einer engeren Partnerschaft der Verwaltungen wird zum 1. Januar 2012 vollzogen: Dann soll der Landkreis dem gemeinsamen Gebäudemanagement der Stadt Uelzen und des Kreises Lüchow-Dannenberg beitreten. Zu den 135 von dieser öffentlichen Anstalt bewirtschafteten Gebäuden würden somit 22 Liegenschaften des Landkreises Uelzen hinzukommen – vor allem Schulen. „Das ist ein gewaltiger Schritt und ein sehr gutes Ergebnis“, blickt Lukat dem neuen Partner mit Freude entgegen. Über den Beitritt muss am kommenden Dienstag allerdings noch der Kreistag entscheiden.

Für Manfred Knaak, kaufmännischer Leiter des Gebäudemanagements, liegen die finanziellen Vorteile eines Beitritts des Kreises Uelzen auf der Hand. „Dadurch könnte unsere gemeinsame Anstalt die Personalkosten um rund 107 000 Euro pro Jahr senken“, hat er errechnet. „Zudem würde der Landkreis als einmalige Summe etwa 75 000 Euro an Lizenzgebühren sparen.“

Auch Landrat Theodor Elster spricht sich für eine engere Verzahnung von Stadt- und Kreisverwaltung aus. Die geplante Aufnahme in das Gebäudemanagement sei ein wichtiger Schritt. Weitere mögliche Kooperationen gelte es nun zu prüfen. „Man kann ohne Zweifel noch mehr tun. Wir müssen dabei aber immer sehen, ob ein Ertrag zu erreichen ist“, betont Elster.

Beim IT-Verbund und dem Rechnungsprüfungsamt arbeite man schon erfolgreich mit der Stadt Uelzen zusammen, sagt der Landrat. Doch auch mit der Verwaltung des Nachbarkreises Lüchow-Dannenberg ist man bereits eng verzahnt. Beispiele sind die Kreisvolkshochschule und das gemeinsame Gesundheitsamt beider Landkreise. „Wir prüfen auch, ob eine Zusammenlegung unserer Veterinärämter Sinn machen würde“, erklärt Elster. Auf alle Fälle sei in der Kreispolitik eindeutig „der Wille vorhanden, weitere Kooperationen zu etablieren, wenn sie einen Mehrwert bringen“.

Von Bernd Schossadowski

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