Fachverband Feldberegnung zieht Bilanz in Uelzen / Staatssekretärin hält Vortrag

Sorge um Nitratbelastung

+
Im Juli und August 2013 waren intensive Feldberegnungen im Kreis Uelzen notwendig. In Niedersachsen sind aber ausreichende Mengen Grundwasser vorhanden, erklärte Staatssekretärin Almut Kottwitz auf der gestrigen Fachverbands-Versammlung.

Uelzen/Landkreis. „Die Feldberegnung hat ihre Berechtigung, allerdings nicht um jeden Preis. Man darf nur so viel Beregnungswasser wie nötig bereitstellen."

Das betonte Almut Kottwitz, Staatssekretärin im niedersächsischen Umweltministerium, am Dienstag auf der Jahresmitgliederversammlung des Fachverbands Feldberegnung in der Uelzener Stadthalle. Vor etwa 250 Zuhörern ging Kottwitz auf die zukunftsfähige Sicherung der Feldberegnung im Land ein und erläuterte deren Perspektiven und Grenzen.

Almut Kottwitz

In Niedersachsen seien ausreichende Mengen Grundwasser vorhanden, sagte die Referentin. Man müsse somit keine Angst haben, durch Feldberegnung in Versorgungsnöte zu kommen. „Das bedeutet aber nicht, dass an jeder Stelle beliebig viel Wasser entnommen werden darf“, sagte Kottwitz. Denn der Klimawandel sorge für besondere Herausforderungen. Das gelte vor allem für die Niederschlagsverteilung innerhalb eines Jahres. „Trockenzeiten in der Vegetationsperiode werden zu höherer Beregnung führen“, erklärte Kottwitz. Eine wissenschaftliche Studie komme zu dem Ergebnis, dass der Beregnungsbedarf in einigen Gebieten Niedersachsens bis 2040 um 30 Millimeter zunehmen wird.

Für die Zukunft empfehlen Experten daher, solche Feldfrüchte anzubauen, die weniger Wasser verbrauchen. Auch der Speicherung, dem Rückhalt und dem Recycling von Wasser komme immer größere Bedeutung zu, ebenso dem Einsatz wasser- und energiesparender Bewässerungssysteme.

Ein großes Problem ist nach Aussage von Kottwitz die hohe Nitratbelastung des Grundwassers in einigen Regionen Niedersachsens. Das sei eine Folge des verstärkten Maisanbaus. Deshalb müssten die Nitratwerte nachhaltig gesenkt werden, forderte die Staatssekretärin.

Zuvor hatte Ekkehard Fricke, Geschäftsführer des Fachverbandes Feldberegnung, den Jahresbericht 2013 vorgetragen. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit im Juli und August hätten insbesondere die Hackfrüchte und der Mais intensiv beregnet werden müssen, erinnerte er. Der geringere Ertrag bei Gerste sei darauf zurückzuführen, dass an einem einzigen Tag, dem 18. Juni, insgesamt 80 Millimeter Niederschlag fielen und die Gerste durch eine vorherige Beregnungsabgabe empfindlich auf das hohe Wasserangebot reagiert habe. Gute Erträge habe es dagegen bei den Speisekartoffeln gegeben. Eine optimale Beregnung sei hier „die beste Strategie“, meinte Fricke.

Bei den anschließenden Vorstandswahlen wurden Verbandsvorsitzender Lutz Meyer und sein Stellvertreter Jan Bokelmann einstimmig wiedergewählt. Ebenfalls eine einmütige Bestätigung im Amt erhielten die Beisitzer Jens Uffmann und Henning Gottschalk.

Kommentare