Der Spätsommer nimmt Schwung auf / Temperaturen Mittelmaß im August

Sonne mit zweiter Chance

Vermutlich ein behaglicher Spätsommer steht bevor. Zumindest die kommenden Tage sollen sonnig werden. Foto: dpa

Uelzen. „September schön in den ersten Tagen, will den ganzen Herbst ansagen“, so lautet eine hoffnungsvolle Bauernregel zum ersten meteorologischen Herbstmonat.

Und wie es derzeit aussieht, kann sich bis über das kommende Wochenende hinaus ein kräftiger Keil des Azorenhochs über Norddeutschland mehr oder weniger durchgehend halten. Nach einem strahlenden Spätsommertag mit 23 bis 24 Grad heute, dringt am Mittwoch und Donnerstag vorübergehende kühlere Nordseeluft mit knapp 20 Grad, vielen Wolken und vielleicht auch einigen Spritzern Regen bei uns ein. Dabei sinken auch die Tiefstwerte deutlich in den einstelligen Bereich ab. Zum Wochenende startet der Spätsommer voraussichtlich einen neuen sonnigen Anlauf. Nach derzeitigem Stand der Dinge sind am Montag sogar 25 Grad drin.

Ob und wie es mit dem Spätsommer in der nächsten Woche weitergeht, ist noch sehr unsicher. Denn wie üblich mischen sich im September, dem Höhepunkt der atlantischen Hurrikansaison, ausgediente Wirbelstürme zunehmend in unser Wettergeschehen ein. Mit ihren aus tropischen Breiten stammenden enormen Feuchtigkeits- und Wärmemengen sowie den unsicheren Zugbahnen, bringen sie die Wettermodelle schon nach wenigen Tagen gehörig ins Wanken.

Der August konnte zwischen Heide und Elbe mit einem Wärmeplus von rund 1,5 Grad, einer durch heftige Schauer punktuell ausgeglichenen bis gebietsweise 50 Prozent zu geringen Niederbilanz sowie etwas mehr Sonnenschein als üblich, nicht nur die Wünsche der Urlauber und Daheimgebliebenen, sondern auch die der auf trockenes Erntewetter hoffenden Landwirte erfüllen. Eindeutiges Highlight des gesamten Sommers war die massive Hitzewelle vom 18. bis 20. August. Backofenluft aus Nordafrika mit Temperaturen, die am oberen Ende des für diese Jahreszeit Möglichen lagen, ließen das Quecksilber zwischen Heide und Elbe auf knapp 35 bis 36,7 Grad (Fassberg) hochschießen, sodass die Bestmarken für die zweite Monatsdekade aus dem legendären Hitzesommer 2003 gleich reihenweise purzelten.

Wie nach dem sehr warmen und trockenen Frühjahr zu befürchten war, schlug das Pendel im Sommer in die negative Richtung aus. Dabei waren die verschiedenen Witterungsabschnitte sehr ungleichmäßig verteilt. So startete der Sommer im Juni mit ungewöhnlich lang anhaltendem feuchtkühlem und windigem Westwindwetter. Erst zu Beginn der Hundstage und dem Start in die Sommerferien kam am 23. Juli die Wende zum Guten. Das kräftige Mitteleuropahoch „Xerxes“ ließ die Temperaturen und die Stimmung deutlich steigen. Wiederholte Warmluftschübe vom Mittelmeer konnten im August die bis dato negative Wärme- und Sonnenscheinbilanz deutlich aufbessern, sodass der Sommer insgesamt noch mit der Schulnote drei durchs Ziel ging. Allerdings wurden wir die atlantischen Regenfronten durch ein nahes und äußerst stabiles Zentraltief über Nordwesteuropa nie ganz los.

Die Sommerbilanz von Uelzen im Vergleich zum 30-Jährigen Mittel: Durchschnittstemperatur 16,6 Grad (Abw. plus 0,3 Grad), Niederschlag 190 Liter pro Quadratmeter (138% v. Soll), Sonne 559 Stunden (91% v. Soll), 22 Sommertage mit mindestens 25 Grad (normal 24), vier „Heiße Tage“ mit mindestens 30 Grad (normal vier).

Von Reinhard Zakrzewski

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