AZ-Wettermann „Zaki“ hat insgesamt eher durchwachsene Aussichten

Sommer kommt in Schwung

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Nach letzten Regenschauern setzt sich in den nächsten Tagen zunehmend sonniges, vor allem aber durchweg trockenes Wetter durch.

Uelzen/Landkreis.

Landwirte, Freiluftveranstalter und Urlauber wird es besonders freuen: Nach dem kältesten Frühjahr seit über 40 Jahren (1970) und einem verregneten und trüben Mai, dass man vom Glauben an den Wonnemonat abfallen konnte, zeichnete sich zum Start in den meteorologische Sommer am Sonnabend endlich die Wende zum Guten ab.

Ursache ist ein Azorenhochkeil, der in dieser Woche über die Nordsee hinweg Verbindung mit einem Hoch über Nordosteuropa aufnimmt. Dadurch werden die seit Wochen über Mitteleuropa kreisenden und sich immer wieder regenerierenden Regengebiete nach Südosten abgedrängt. Von dieser Entwicklung profitiert zunächst vor allem Norddeutschland, sodass sich nach möglichen letzten Regenschauern heute, ab morgen im nordöstlichen Niedersachsen zunehmend sonniges und vor allem durchweg trockenes Wetter einstellt.

Sonntag und Montag müssen wir aber noch einen Schwall Kaltluft von der Nordsee durchlassen, der die Temperaturen auf höchstens 15 bis 16 Grad am Tag und 5 bis 7 Grad in der Nacht drückt. Ab morgen geht es mit Winddrehung auf Nordost mit der Wärme Tag für Tag bergauf. Und in der zweiten Wochenhälfte sind bei Sonne satt sogar frühsommerliche 22 bis 24 Grad in Sicht. Diese Entwicklung ist zwar noch nicht ganz sicher, allerdings verfestigen sich die Anzeichen für eine längere Schönwetterperiode immer mehr.

Etwa ab dem zweiten Juni-Wochenende besteht erneut eine gewisse Neigung zu wechselhafterem und auch kühlerem Wetter aus Nordwesten. Jahreszeitlich gesehen wäre das keine Überraschung, denn zwischen dem 10. und 20. Juni steht für gewöhnlich die Schafskälte, der letzte große Kälterückfall des Jahres, an. Danach wartet der Juni fast ebenso sicher noch mit einigen Sommertagen auf.

Was dann Juli und August bringen, ist völlig offen. Für die Mehrzahl der immer noch experimentell betriebenen Jahreszeitenvorhersagen der internationalen Wetterdienste sind die Aussichten unbestimmt. Sie geben einem insgesamt zu kühlem, normal temperiertem oder zu warmem Gesamtsommer in etwa die gleichen Chancen. Aus der Reihe tanzen nur zwei amerikanische Vorhersagemodelle, die über Nordeuropa eine Fortsetzung der derzeitigen Hochducklage simulieren. Das würde für Skandinavienurlauber bestes Sommerwetter bedeuten. Norddeutschland und insbesondere der Küstenraum würden zumindest randlich davon profitieren, während das mittlere und vor allem südliche Deutschland sowie der Alpenraum unter vorherrschendem Tiefdruckeinfluss mit oft kräftigen Gewittergüssen das Nachsehen hätten. Wer noch die Wahl hat, für den wäre ein Urlaub an Nord- und Ostseeküste oder in Skandinavien also durchaus eine Option.

Ansonsten sollte man seine Urlaubstage – wenn möglich – auf die klimatisch (durchschnittlich) schönsten Tage des Sommers legen, die es selbst im wetterwendischen Deutschland gibt. Am zuverlässigsten zeigt sich der Sommer, mit gewissen terminlichen Schwankungen, gewöhnlich in der ersten Juni-Woche, an einigen Tagen rund um den Monatswechsel Juni/Juli, in der letzten Juli- und ersten Augustwoche (Hundstage) sowie gegen Ende August und der ersten Septemberwoche (Spätsommer).

Im Übrigen gilt natürlich auch für diese vergleichsweise günstigen Zeiten der Spruch: „Klima ist das, was man erwartet; Wetter ist das, was man bekommt!“

Von Reinhard Zakzrewski

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