Politik und Verwaltung legen Marschrichtung für kommende Jahre fest

Sieben Ziele für die Zukunft

Uelzen/Landkreis.

Drei Tage lang haben Kreistagsmitglieder und leitende Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Köpfe zusammengesteckt: Am vergangenen Wochenende haben sie im Rahmen eines Workshops die strategischen Ziele festgelegt, die der Landkreis Uelzen in Zukunft verfolgen soll.

An diesen Tagen sei es um „wegweisende Entscheidungen“ gegangen, fasst Landrat Dr. Heiko Blume zusammen, den die durchweg einstimmig gefassten Beschlüsse ganz besonders freuen. Denn das Festlegen einer generellen Marschrichtung und Antworten zu finden auf die zentrale Frage „Wo will der Landkreis hin?“, das war für Blume schon während seines Wahlkampfes für das Landratsamt ein wichtiges Anliegen. „Ich habe nun mein Ziel erreicht und mein Versprechen eingelöst“, sagt er.

Die sieben strategischen Ziele sollen in der nächsten Sitzung des Kreistages am Dienstag, 26. Juni, offiziell verabschiedet werden und dann Leitfaden für künftiges Tun sein. Mit ihnen wurde ein Schwerpunkt-Paket geschnürt, das festlegt, in welche Bereiche in Zukunft finanzielle Mittel fließen sollen. Weil man sparen müsse, ohne die Lebensqualität zu gefährden, sei es wichtig, darüber nachzudenken, was wirklich gebraucht werde, was erhalten werden solle, was verändert werden müsse und letztendlich auch, was zu vernachlässigen sei, so Blume.

Die sieben strategischen Ziele wurden unter dem Leitgedanken „Wir wollen ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität für alle Generationen unter Berücksichtigung unserer klimapolitischen Verantwortung sein“. Blume: „Sie sind für die nächsten fünf Jahre praktisch Grundlage für die Umsetzung wesentlicher Maßnahmen beim Landkreis Uelzen.“

Der nächste Schritt nach dem Kreistagsbeschluss ist die Bildung einer Arbeitsgruppe, die sich aus Politik und Verwaltung zusammensetzen und aus den sieben Zielen etwas enger gefasste Handlungsfelder ableiten wird. Diese sollen erstmals im Haushaltsplan 2013 abgebildet werden, kündigt die Leiterin der Abteilung Controlling beim Landkreis, Kerstin Kösel, an. So harmonisch wie während des Workshops, vermutet Landrat Heiko Blume, werden die Beratungen vermutlich in der Arbeitsgruppe nicht ablaufen – schließlich gelte es, die sieben Ziele mit dem Zukunftsvertrag zur Selbstentschuldung, der mit dem Land Niedersachsen geschlossen wurde, unter einen Hut zu bekommen. Die gemeinsame Stoßrichtung aber wurde nun formuliert.

Blume legt auf eines großen Wert: „Die Ziele sind nicht auf ewige Zeiten in Stein gemeißelt.“ Sollte man also feststellen, dass man sich „irgendwo verrannt“ habe, könne und werde man in den Folgejahren entsprechend nachsteuern.

In die Beratungen des Wochenendes sind übrigens auch die Ergebnisse einer einmonatigen Bürger-Befragung eingeflossen, an der sich knapp 600 Bürger – darunter rund 120 Angestellte der Kreisverwaltung – beteiligt haben. Zentrale positive Aussage: 87 Prozent der Uelzener wohnen gern im Landkreis und fühlen sich hier wohl. Die Natur und die zentrale Anbindung loben sie besonders. Größtes Manko aber ist eine fehlende Verkehrsanbindung, konkret: eine Autobahn.

Von Ines Bräutigam

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