Betrieb will Strom selbst herstellen und Kanäle sanieren

Sieben Millionen Euro fürs Klärwerk

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Eine Investition in die Zukunft: Der Eigenbetrieb Stadtentwässerung Uelzen will ein Blockheizkraftwerk und eine Anlage zur Fällung von Phosphaten und Stickstoff bauen. Darauf entfallen die größten Beträge im Haushalt 2014 des Eigenbetriebs.

Uelzen. Knapp sieben Millionen Euro wird im nächsten Jahr der Eigenbetrieb Stadtentwässerung ins Klärwerk, in Technik und Kanalnetz investieren. Dem Vorschlag der Stadtverwaltung hat der zuständige Betriebsausschuss am vergangenen Donnerstag zugestimmt.

Die Gebühr für die Schmutzwasserbeseitigung soll unverändert bei 2,50 Euro je Kubikmeter Abwasser bleiben.

Der größte Betrag der Investitionssumme entfällt auf den Ausbau der Kläranlage. So soll das Blockheizkraftwerk erweitert werden (1,1 Millionen Euro), damit der Betrieb seinen eigenen Strom produzieren kann, erläutert Ausschussvorsitzender Wilhelm Spangenberg. Wie berichtet, könnte das nach Angaben von Dietmar Kahrs, technischer Werksleiter der Kläranlage, eine Einsparung von 142 000 Euro pro Jahr bedeuten. Hinzu kommen Kosten für eine sogenannte thermisch-chemische Desintegration (500 000 Euro), mit der erreicht wird, dass der Klärschlamm besser ausfaulen kann und somit mehr Gas entsteht. Damit könnte das Blockheizkraftwerk noch mehr Strom produzieren.

700 000 Euro sollen für den Bau einer Magnesium-Ammonium-Phosphat-Fällung auf der Kläranlage in den Haushalt eingestellt werden. In einer zweiten Ausbaustufe könnten noch einmal 300 000 Euro auf den Betrieb zukommen. Mit dieser Anlage sollen Phosphate aus dem Abwasser gezogen werden, damit der Klärschlamm besser getrocknet werden kann.

Aufgrund der hohen Belastung der Kläranlage Uelzen können die Ablaufwerte insbesondere für Stickstoff vor allem in der kalten Jahreszeit nicht mit ausreichender Sicherheit eingehalten werden, so die Stadt. Mit dieser Fällung soll neben Phosphaten auch Stickstoff aus dem Schlammwasser gefällt werden, was bedeutet, dass die Stoffe nach unten ausfällen und herausgefiltert werden. Damit soll künftig vermieden werden, dass sie sich unkontrolliert in Rohrleitungen und Maschinen ablagern.

Eine Erweiterung des Verfahrens würde ermöglichen, dass das Phosphat stärker zurückgewonnen und ein Wertstoff als Düngemittel produziert werden könnte. Dieser Schritt wäre aber derzeit betriebswirtschaftlich noch nicht sinnvoll, erklärt Spangenberg.

Ähnlich wie in diesem Jahr wird wieder eine Summe von 1,4 Millionen Euro zur Sanierung von Altkanälen eingeplant. Für eine hydraulische Sanierung am Funkturm sind speziell 650 000 Euro angesetzt und weitere 500 000 Euro für einen Regenwasser-Kanal an der Ortsdurchfahrt Westerweyhe.

Die Mitglieder des Ausschusses berieten auch über die Zusammenarbeit mit anderen Kläranlagen im Kreis. Aus anderen Gemeinden werde jedoch kein Interesse an einer Kooperation mit dem Eigenbetrieb Uelzen bekundet, so Spangenberg.

Von Diane Baatani

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