Präventionstag der Polizei: Einbruch und Taschendiebstahl waren Thema

Das Sicherheitsgefühl bei Uelzener Senioren hat gelitten

+
Bundespolizist Reiner Holitschke demonstrierte mit seinen Kollegen im Ratssaal, wie Taschendiebe vorgehen.

Uelzen. Einbruchszahlen so hoch wie bundesweit seit 23 Jahren nicht mehr, in Hamburg versucht eine Sonderkommission der „Seuche“ Herr zu werden. Die für Uelzen zuständige Polizeidirektion in Lüneburg zieht jetzt nach: Kein Wunder, dass der Seniorenpräventionstag gut besucht war.

„Die Leute sind von den Einbruchszahlen aufgeschreckt“, sagt Silke Munstermann. Sie ist im Uelzener Kommissariat zuständig für Prävention. Das Sicherheitsgefühl habe sich zum Negativen gewandelt, sagt die Polizeibeamtin. Habe sie in der Vergangenheit ein oder zwei Gespräche über Einbruchsschutz mit Haus- und Wohnungsbesitzern im Monat geführt, sei sie in dieser Thematik nun wöchentlich unterwegs. Die Einbruchszahlen seien nicht wegen der Flüchtlinge gestiegen, sagt Munstermann. Aber die Kombination von beiden in den Nachrichten verstärke das Unsicherheitsgefühl der Leute. Es seien meist umherreisende Banden aus Süost- und Osteuropa, die für Wohnungseinbrüche verantwortlich seien, sagt auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Wie sehr das Sicherheitsgefühl wohl schon gelitten hat, dokumentiert die Aussage von Hedda Rumpf-Wiemers bei der Veranstaltung am Donnerstag im Uelzener Rathaus: „Ich lebe in meinem freistehenden Haus alleine und habe abends permanent Sorge, dass jemand ums Haus schleichen könnte.“ Insofern sei der Nachmittag sehr infomativ, so die Uelzener Seniorin.

Ein Mann hilft einem anderen in die Jacke. Was wie Hilfsbereitschaft aussieht, ist einer von vielen Tricks der Taschendiebe.

Zweiter Themenschwerpunkt im Rathaus: Taschendiebstahl. Der Bremer Bundespolizist Reiner Holitschke demonstrierte mit seinen Kollegen, wie die Ganoven vorgehen. „Halten sie Körperkontakt zu ihren Taschen und Wertsachen. Das ist ganz wichtig.“ Oft grenzte es ein wenig an Zauberei, wie Holitschkes Kollegen sich gegenseitig die Geldbörsen abnahmen oder etwas aus Handtaschen entwendeten. „Gute Taschendiebe trainieren ihre Tricks bis zur Perfektion, ehe sie damit auf die Straße gehen“, so der Beamte. Und die Beute: 1000 Euro am Tag seien nicht selten, so Holitschke. Auch in Städten wie Uelzen. Hier sei der polizeiliche Druck eben nicht so hoch wie an den großen Bahnhöfen und Fußgängerzonen der norddeutschen Metropolen. Da ist der Ganove eben öfter erfolgreich. Und: „Taschendiebe haben Gleitzeit. Sie arbeiten wann sie wollen, wann etwas los ist“, scherzte der Bremer Bundespolizist bitter.

Zur Vorsicht riet er auch beim Verhalten in Banken: „Lassen Sie sich größere Beträge nicht vor aller Augen in der Schalterhalle auszahlen.“ Die Institute hätten genug Räume, wo das diskreter und unbemerkt von potenziellen Dieben geschehen könnte. Man solle um seiner eigenen Sicherheit wegen darauf bestehen, riet er den Senioren.

Von Jens Schopp

Kommentare