Landesmitgliederversammlung des Kinderschutzbundes Niedersachsen blickt voraus

Sich den Entwicklungen stellen

Ausgezeichnet: Christina Deuter erhielt die Silberne Ehrennadel des Deutschen Kinderschutzbundes von Johannes Schmidt. Fotos: Kaiser

Uelzen. Die Landesmitgliederversammlung des Kinderschutzbundes am Sonnabend im Ratssaal war eine anrührende Veranstaltung, in der die Beiträge des NDR, gedreht über die Arbeit verschiedener Ortsvereine im Rahmen der Aktion „Hand in Hand für Norddeutschland“, die Erkenntnis festigten, dass für den Schutz der heranwachsenden Generation mit geschnürten Bildungspaketen und Gutscheinen bei Weitem nicht genug getan ist.

Wenn beispielsweise Klaus Hinzpeter aus Leer in einem der Filme sagt: „Die Kinder hier sind zum Teil so arm, dass zu Hause überhaupt nichts läuft.“, dann erschüttert so ein Satz. Für die ostfriesische Stadt hieß das konkret musikalische Früherziehung. Die ist nur eines der zahllosen Angebote, die Kinderschutzarbeit in den 64 Orts- und Kreisverbänden in Niedersachsen, hinter denen rund 7000 Mitglieder stehen, ausmacht.

Insgesamt 365 000 Euro brachte die NDR-Aktion für Niedersachsen, die ohne Abzüge in die Arbeit für Kinderschutz gesteckt wird, wie der Landesvorsitzende Johannes Schmidt versicherte. Schmidt wies in seinen „grundsätzlichen Äußerungen“ darauf hin, dass der Kinderschutz gerade im ländlichen Raum größter Aufmerksamkeit bedürfe. „Die Kommunalpolitik ist verpflichtet, dem Fusionstrend das Wort zu reden“, stellte der Redner fest. Dass mit größeren Strukturen aber gerade die Schwächsten auf der Strecke bleiben könnten, fügte er als Mahnung an. Der Kinderschutzbund müsse sich diesen Veränderungen stellen, sagte Schmidt, und sieht für die Zukunft „Kinderschutz auf Rädern“. Mobile Fahrradwerkstätten und Spielbusse, fahrende Beratung und ärztliche Betreuung. Denn gerade letztere sei „im ländlichen Raum eine Katastrophe“.

„Kinderschutz ist ein Generationenvertrag“, so Schmidt, keine Verwaltungsfrage und nur Kontrolle. Er konstatierte durch das neue Bundeskinderschutzgesetz ab 1. Januar 2012 eine „substantielle Verbesserung“ der Lage und rief den Anwesenden zu: „Stärken wir gemeinsam das Brutto-Sozial-Glück!“

Zuvor hatte Agatha Schnepper, die neu ins Amt gewählte Vorsitzende des Kinderschutzbundes Uelzen, sich vorgestellt. Nach 18 Jahren beerbt sie Christina Deuter.

„Der Kinderschutzbund hat einen festen Platz in der Öffentlichkeit und in Uelzen einen guten Namen“, sagte Agatha Schnepper und listete die kostenlosen Angebote vor Ort, die einen Jahresetat von 55 000 Euro nötig machen, die allein durch 227 Mitglieder nicht aufzubringen sind.

Von Barbara Kaiser

Kommentare