SPD setzt auf ein neues Netzwerk

Die generelle Kritik des Handelsvereins am geplanten Marktcenter am Veerßer Tor hat die Stadtspitze überrascht. Archivfoto: Mahler

mr/bs Uelzen. Bürgermeister Otto Lukat reagiert mit Verwunderung auf die grundsätzliche Kritik des Uelzener Handelsvereins am geplanten Marktcenter auf dem ehemaligen Wochenmarktgelände. In der vorigen Woche hatten sich die Mitglieder des Handelsvereins auf ihrer Jahreshauptversammlung einstimmig gegen das Bauvorhaben am Veerßer Tor ausgesprochen und dabei auch scharfe Worte gegen die Stadtverwaltung gerichtet (AZ berichtete).

Diese Aussagen hätten Vertreter des Handelsvereins – insbesondere dessen Vorsitzender Uwe Schwenke und sein Stellvertreter, Citymanager Joachim Lotz, – in den politischen Gremien der Stadt „in dieser Form noch nie so deutlich geäußert“, zeigt sich Lukat überrascht. Bislang sei nur das am Veerßer Tor vorgesehene Warensortiment kritisiert worden. Ziel des Marktcenters sei aber nicht, den Handel zu schwächen, „sondern etwas für die Innenstadt zu tun“, betont Lukat.

Zugleich kündigt er an, demnächst mit Lotz ein Gespräch führen zu wollen, in dem der Citymanager seine Aussagen während der Jahreshauptversammlung erklären soll.

Unterdessen hat der Vorsitzende der SPD/FDP-Mehrheitsgruppe im Stadtrat, Ralf Munstermann, auf der SPD-Jahreshauptversammlung den Bau des Marktcenters am Veerßer Tor als wichtigen Baustein für die künftige Innenstadt-Entwicklung herausgestellt. Munstermann kritisierte dabei offensiv den Handelsverein: „Es gibt alte Organisationen, die bald in der Stadt endlich keine Rolle mehr spielen“, sagte er unter dem Beifall seiner Parteifreunde, verwies auf „neue Bewegungen“ und kündigte an: „Wir greifen das auf.“

Es gelte jetzt, dass Politik, Verwaltung und Wirtschaft ein Netzwerk mit den rund 200 Geschäften in der Innenstadt bilden, um die Stadtentwicklung weiter voranzutreiben –„es geht darum, Uelzen auch nach außen hin interessant zu machen“. Gemeinsam mit dem Bürgermeister werde er diese Anliegen aufnehmen, sprach Munstermann von „sehr interessanten Ansätzen“, die einige Aktive jetzt einbringen. Bereits in der nächsten Woche wollen SPD und FDP dazu konkrete Anträge formulieren.

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