Perspektiven für Arbeitslose

Servicestation „Wasch & Mehr“ am Königsberg eröffnet

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GWK-Geschäftsführer Ronald Schack (links) übergab den symbolischen Schlüssel der neuen Servicestation an Michael Elsner, Regionalchef der Gesellschaft „neue arbeit“. Darüber freuten sich Zweigstellenleiterin Heide Lüdemann (2. von rechts) und Hauswirtschaftsleiterin Silke Krämer. Foto: Schossadowski

UELZEN - Ein Karton Waschpulver, ein Stück Kernseife, eine Packung Wäscheklammern und ein riesiger Schlüssel aus Sperrholz: Es waren ungewöhnliche Geschenke, die Michael Elsner, Geschäftsführer der gemeinnützigen diakonischen Gesellschaft „neue arbeit“ Lüneburg-Uelzen, erhielt.

Trotzdem passten die Präsente der Gäste zum Anlass. Denn im Gebäude des ehemaligen Discounters am Königsberg in Uelzen wurde nun die 165 Quadratmeter große Servicestation „Wasch & Mehr“ eröffnet. Sie ist Selbstbedienungs-Waschsalon, Nähstube und Bekleidungsaufbereitung zugleich.

Von der Station, die sich neben dem „Tagestreff am Kö“ befindet, profitieren zum einen die Bürger. Für sie stehen zwei SB-Waschmaschinen und Wäschetrockner mit Münzeinwurf zur Verfügung. Zudem können Besucher dort die kostenpflichtige Reinigung von Privatwohnungen in Auftrag geben.

Auch für erwerbslose Menschen ist die Einrichtung eine gute Nachricht. Denn sie bekommen dort eine Chance zur Qualifizierung für den allgemeinen Arbeitsmarkt. Vier bis fünf Stellen will die „neue arbeit“ in der Station am Emsberg schaffen, darunter einen dauerhaften Arbeitsplatz für einen Schwerbehinderten. Die Beschäftigten werden sich um die Pflege der Kleidung kümmern, die der „neuen arbeit“ gespendet wurde. Diese soll gewaschen, genäht, sortiert und anschließend an die beiden „MehrWert“-Läden in Uelzen und Bad Bevensen weitergegeben werden.

„Wir haben hier etwas Folgerichtiges getan“, sagte Elsner bei der Eröffnung der Servicestation. Die provisorischen Arbeitsplätze, die in einem Hinterhof an der Uelzener Bahnhofstraße eingerichtet worden waren, seien nun an den Emsberg verlegt worden. „Dadurch haben sich die Arbeitsbedingungen unvergleichlich verbessert und professionalisiert“, freute sich Elsner und lobte die Projektpartnerschaft mit der Gesellschaft für Wohnungsbau des Kreises Uelzen (GWK). Die neuen Jobs böten den Langzeitarbeitslosen „persönliche Stabilisierung und Berufsorientierung“. Wichtig sei auch eine faire Bezahlung. So erhielten die Beschäftigten den branchenüblichen Mindestlohn. Elsner kann sich auch vorstellen, bei „Wasch & Mehr“ noch weitere Serviceleistungen anzubieten, zum Beispiel eine Paketannahme und einen Kiosk.

GWK-Geschäftsführer Ronald Schack lobte die neue Anlaufstelle am Königsberg. „Was hier entstanden ist, das ist eine gute Geschichte“, meinte er und freute sich über die enge Anbindung an den Tagestreff. Das quirlige Leben in der Station erinnere ihn an einen bunten Bienenstock, erklärte Landrat Heiko Blume. Und Bürgermeister Otto Lukat betonte: „Hier ist etwas ganz Hervorragendes entstanden, das die Qualität dieses Stadtteils für die Zukunft hebt.“

Von Bernd Schossadowski

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