Schwieriger Umweltschutz

Eine Tankstelle für Erdgas betriebene Fahrzeuge ist im Kreis Uelzen derzeit noch eine Zukunftsvision.

Uelzen/Landkreis - Von Jürgen Köhler-Götze. Umweltfreundlich Auto fahren ist gar nicht so einfach im Kreis Uelzen, wenn man denn ein Erdgasfahrzeug fahren möchte. Trotz Förderung aus verschiedenen Töpfen, vom Umweltprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau bis hin zu Zuschüssen örtlicher Gasversorgungsfirmen: eine Tankstelle für erdgasbetriebene Fahrzeuge gibt es kreisweit bislang nicht.

Ganz anders sieht es aus, wenn man mit Autogas fahren möchte. Hierfür gibt es ein recht dichtes Tankstellennetz. Autogas ist ein Flüssiggas, das mit relativ geringem Druck von sechs bis acht bar im Autotank gespeichert wird und sich ohne weitere Kühlung bei geringem Druck selbst verflüssigt. Den Effekt kann jeder beim Gasfeuerzeug beobachten, das auch nichts anderes als Flüssiggas enthält.

Dagegen wird Erdgasfahrzeugen das Gas mit einem Druck von rund 200 bar in den Tank gepresst, der ungefähr wie eine Taucherflasche aussieht. Und auch bei den Umrüstungskosten unterscheiden sich die beiden Gasvarianten nicht unerheblich. Rund 3500 Euro müsse man dafür kalkulieren, sein Fahrzeug auf Erdgasbetrieb umzurüsten, schätzen Fachleute. Thorsten Behncke rüstet in Uelzen hauptberuflich Fahrzeuge auf Autogas um und beziffert die Investitionen hierfür auf „ab 2000 Euro“. Er rät aber dazu, lieber ein bisschen mehr auszugeben. „Manche Werkstätten verbauen minderwertiges Material. Das Zeug hält dann eben auch nur begrenzt“, weiß er.

Derzeit rüstet Behncke einen Achtzylinder aus Hildesheim um. Nicht ungewöhnlich für ihn, dass seine Kunden lange Wege in Kauf nehmen: „Das spricht sich schon rum, was wir hier machen und vor allem wie.“

Erhebliche Ersparnisse winken bei beiden Gasvarianten. Die sind vor allem den steuerlichen Vergünstigungen gegenüber Benzin und Diesel geschuldet. Doch dass in nächster Zeit im Landkreis Uelzen eine Erdgastankstelle eröffnet würde, ist nicht zu erwarten. Bislang fährt hier nur ein rundes Dutzend Erdgasfahrzeuge. Diese werden vor allem von Pendlern genutzt, die auf dem Arbeitsweg eine Tankmöglichkeit finden.

Doch das ist deutlich zu wenig für den gewinnbringenden Betrieb einer Zapfsäule nur für Erdgas. Mindestens 300 Erdgasfahrzeuge in Reichweite der Tankstelle müssten es schon geben, betonen potentielle Betreiber – und die gibt es unter anderem deswegen nicht, weil eine Tankstelle fehlt. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Es ist eben nicht einfach, hier ein umweltfreundliches Auto zu fahren.

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