Anbindung Marktcenter-Innenstadt: Bauausschuss diskutiert Ideen

Per Schwebebahn shoppen

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So soll das Marktcenter laut den Planern aussehen.

Uelzen. Da fühlte sich Karsten Scheele-Krogull in seiner Ehre als Baudezernent der Stadt Uelzen sichtlich gepackt. „Eines muss ich hier gleich zu Beginn klarstellen´.

: Die Behauptung von Mitgliedern des Handelsvereins in einem AZ-Interview („Der Wunsch nach ein wenig Lokalpatriotismus“, Ausgabe vom 28. April), der Investor des Marktcenters sei in der Pflicht, die Anbindung des Millionenprojektes an die Innenstadt zu gewährleisten, ist falsch."

Richtig sei, so der Mann aus dem Rathaus, dass eine Anbindung in der Verantwortung der Stadt liege. Der Investor, die HBB (Hanseatische Bebauungs- und Betreuungsgesellschaft), steuere lediglich 170 000 Euro zur Anbindung bei und habe sich verpflichtet, ausreichend Parkplätze bereitzustellen und die Schuhstraße attraktiver zu gestalten.

Mit diesem Statement der Verwaltung im Rücken hatten die Mitglieder des Bauausschusses am Donnerstagabend die Aufgabe, Ideen und Favoriten zu kreieren, wie denn nun ein reibungsloser Kundenstrom zwischen Marktcenter und Innenstadt zum Wohle aller Beteiligten künftig möglich sei. Um nicht im Nirwana zu enden, hatte Bernd Behn, Leiter der Verkehrswegeplanung, mit seinem Team mehrere Möglichkeiten per Beamer-Präsentation an die Wand geworfen. Ob durchgehender roter Klinker inklusive einheitlicher Baumallee, ein Kreisel oder zwei Kreisel (die Variante „Brille“), Verschwenkung der Veerßer Straße oder der Dieterichsstraße, eine Fußgängerquerung oder zwei – das Portfolio der Überlegungen war schier endlos. Was wiederum die zahlreichen Zuhörer zum Mitdiskutieren und zu grundsätzlichen Anmerkungen bewog. „Warum haben wir uns nicht vor der Ansiedlung des Marktcenters Gedanken über dessen Anbindung an die Innenstadt gemacht?“, stellte beispielsweise Seniorenbeauftragte Renate Barthel eine der Gretchenfragen. Um sogleich eine geharnischte Antwort vom Ausschussvorsitzenden Karsten Jäkel (CDU) zu kassieren: „Weil Wirtschaft so funktioniert. Und der Investor jetzt investieren will und nicht erst, wenn wir in fünf Jahren mit unseren Planungen fertig sind.“ Nun, so lange dürfte es nicht dauern – obwohl, die von Politik und interessierten Gästen gemachten Vorschläge hatten durchaus ihren langfristigen Charme. So brachte Wolfgang Meyer-Nehls eine Bimmelbahn für einen Euro ins Spiel, die in der City verkehrt und Kunden schnell von A nach B bringt. Wilfried Teichmann (beratendes Ausschussmitglied) ging sogar noch weiter und regte eine Seilbahn zwischen Marktcenter und Innenstadt an. Kaum ausgesprochen, machte schon das Wort Schwebebahn die Runde.

Die Gedanken kreisten, schließlich hatte keiner der Anwesenden ein Patentrezept, „wie Kunden denn heute ticken“ würden, wie es Uwe Schwenke (Vorsitzender des Handelsvereins) formulierte. Teile des Ausschusses fühlten sich nach eigenen Worten „überfordert“, adhoc eine Entscheidung zu treffen. Ergo: In den Fraktionen soll weiter beraten werden – mit anschließender Bürgerbeteiligung.

Von Andreas Becker

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