Schwarze Zeichen an der Wand

Die Hauswände sind mit Graffiti beschmiert.

Uelzen - Von Bernd Schossadowski. Als Frank Nierath kürzlich das von ihm vermietete Wohnhaus an der Rosenmauer 26/Ecke Achterstraße betrachtete, glaubte er seinen Augen nicht zu trauen. Erneut haben sich unbekannte Graffiti-Schmierer mit schwarzen und blauen Zeichen auf den Außenwänden verewigt. Zudem wurde von der Akazie neben der Eingangstür mutwillig ein Ast abgebrochen und auf die Straße geworfen. Und damit nicht genug: Auch die Hausnummer neben der Tür haben die Täter abgerissen und gestohlen. Und ein Stromverteilerkasten gegenüber wurde ebenfalls mit Graffiti-Schmierereien verunziert.

Nierath hat jetzt bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt – nach ähnlichen Vorfällen in der Vergangenheit bereits zum wiederholten Mal. Seine Wut über den Vandalismus ist groß. „Uelzen sieht immer mehr wie Berlin-Kreuzberg oder Hamburg-Hafenstraße aus“, schimpft Nierath und bittet die Polizei, zusätzliche Kontrollgänge an der Achterstraße vorzunehmen, „da der Vandalismus dort in den letzten Monaten sehr stark zugenommen hat“.

In der Tat prangen an vielen Häusern an dieser Straße Graffiti-Zeichen. Eine Anwohnerin will die Täter sogar aus einigen Metern Entfernung gesehen haben. „Das waren zwei oder drei junge Leute mit Basecaps“, berichtet sie der AZ. Allerdings habe sie sich nicht getraut, sie anzusprechen. „Ich hatte Angst, dass die mir die Fensterscheiben einwerfen.“

Auch Schlägereien ereignen sich im Bereich Achterstraße regelmäßig. Zuletzt war es ein 47 Jahre alter Wrestedter, der dort ebenso wie sein 16-jähriger Sohn von vier jungen Männer geschlagen und getreten wurde (AZ berichtete). Dank seiner Kampfsport-Erfahrung gelang es dem Wrestedter aber, die Angreifer in die Flucht zu schlagen. Inzwischen hat die Polizei die mutmaßlichen Täter im Alter von 17 bis 19 Jahren festgestellt und ermittelt gegen sie wegen gefährlicher Körperverletzung.

Jedoch verzeichnen die Beamten keine auffällige Häufung von Vandalismus und Gewalt an Rosenmauer und Achterstraße. „Einen Brennpunkt kann ich dort nicht erkennen“, sagt Jan-Olaf Albrecht, Leiter des Kriminaldienstes der Polizei Uelzen. „Besondere Maßnahmen sind deshalb nicht erforderlich.“ Vielmehr seien Graffiti-Schmierereien ein Phänomen, das im gesamten Stadtgebiet auftrete. Daher halte die Polizei überall in diesem Bereich ihre Augen auf, habe einige Täter bereits überführt und weiteren Verdächtigen ins Gewissen geredet.

Ohnehin seien die Ermittler im Kampf gegen Graffiti in den vergangenen zwei Jahren sehr aktiv gewesen. Sowohl die Streifen seien sensibilisiert als auch Beobachtungsposten der Polizei eingerichtet worden, erklärt Albrecht. Gerade in den Sommermonaten und am Wochenende werde verstärkt Vandalismus vermehrt verzeichnet. Deshalb seien die Streifen zu dieser Zeit vor Ort besonders präsent.

Nicht zuletzt habe die Zusammenarbeit der Ermittler mit dem Präventionsrat, der städtischen Jugendpflege und Uelzener Kaufleuten im Bereich der Graffiti-Prävention Erfolge gebracht, freut sich Albrecht und bilanziert: „Die Zahl der Taten ist zurückgegangen.“ Wie berichtet, war unter anderem eine Wandfläche auf der Rückseite des Juweliergeschäfts Hennings an der Veerßer Straße als „Leinwand“ für einen professionellen Graffiti-Sprayer geschaffen worden.

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