Stadtrat setzt gestern Abend Schließungs-Beschluss vorerst aus

Schule Molzen bleibt offen

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Molzener Protest gestern Abend vor der entscheidenden Ratssitzung: Im Rathaus selbst fiel eine Stunde später die Entscheidung – die Schließung der Grundschule Molzen wird vorerst ausgesetzt.

Uelzen. Die Grundschule Molzen wird im nächsten Sommer nicht geschlossen: Der Uelzener Stadtrat billigte gestern Abend mit einer Mehrheit von 25:11 Stimmen einen entsprechenden Antrag des Ortsrates Molzen.

Mit großer Mehrheit segnete der Stadtrat nach einstündiger Debatte das Ansinnen der Molzener Bürger ab.

„Wir haben so lange gekämpft und das ist jetzt letztlich die richtige Entscheidung“, freute sich Molzens Bürgermeister Henning Gröfke in einer ersten Reaktion. Dutzende Molzener verfolgten die rund einstündige Debatte im Stadtparlament, zuvor hatten mehr als hundert Bürger eine Kundgebung vor dem Rathaus abgehalten.

Hintergrund ist die Einführung von Ganztags-Grundschulen, die der Stadtrat vor anderthalb Jahren mit großer Mehrheit abgesegnet hatte. Damit verbunden war der Beschluss, dass Grundschulen, die zwei Jahre in Folge keine 13 Einschulungen vermelden können, geschlossen werden. In Molzen wäre das der Fall: Vergangenes Jahr waren nur vier, diesen Sommer zehn Kinder eingeschult worden. Doch der Förderverein hatten unter anderem kritisiert, dass es beim Verfahren Unregelmäßigkeiten gegeben habe. Deshalb hatte der Ortsrat beantragt, die Zahlen dieses Jahres aus der Wertung zu nehmen und die entsprechende Passage des Stadtratsbeschlusses auszusetzen.

In der engagierten Debatte gab es Befürworter und Gegner dieses Ansinnens – unter letzteren war auch Bürgermeister Jürgen Markwardt. Ratsbeschlüsse hätten einen hohen Wert, um sie zu ändern, bedürfte es stichhaltiger und triftiger Gründe – und dafür reiche es nicht. „Sowohl Ratsbeschlüsse als auch ich in meiner Person dürfen nicht beliebig werden“, so das Stadtoberhaupt. Unterstützung erhielt er auch von Klaus Knust (SPD): Die Vorwürfe seien entkräftet worden, die Behauptungen nebulös geblieben.

Die CDU/Grünen-Gruppe stimmte derweil dem Molzener Antrag geschlossen zu. „Selbst die ehemalige Schulleiterin hat gesagt, dass diese Schule mehr ist als eine Schule, sondern der Dorfmittelpunkt – und das ist hier der Punkt“, betonte Stefan Hüdepohl (CDU).

Während Jörg Kramer (SPD) kritisierte, die Ehre von ehemaliger Schulleiterin, Schulsekretärin und Stadtverwaltung sei durch die Vorwürfe aus Molzen beschädigt worden, betonte Joachim Delekat (UWG), aus strategischer Sicht sei der Erhalt der Schule richtig. Der Rest waren dann Jubelrufe, Klatschen und Tröten aus dem Publikum.

Von Thomas Mitzlaff

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