Unterrichtsausfall an der BBS II / Schulbehörde findet kaum Bewerber

Schüler fordern mehr Lehrer

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Drei Klassen hatten Prüfungen, die übrigen sieben Klassen des Fachbereichs Sozialpädagogik der Georgsanstalt haben gestern gestreikt. Sie demonstrierten gegen Lehrermangel – und überraschten damit die Schulleitung und die Landesschulbehörde.

Uelzen. Die Schüler des Fachbereichs Sozialpädagogik an der Georgsanstalt – Berufsbildende Schulen (BBS) II machen mobil: Sie beklagen einen häufigen Unterrichtsausfall und haben gestern wegen Lehrermangels gestreikt.

Die angehenden Sozialassistenten und Erzieher kritisieren eine „Ausbildung auf Sparflamme“ und befürchten, ihre Prüfungen nicht zu bestehen.

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Die Stelle der Abteilungsleitung ist seit über einem Jahr vakant – seit dem Weggang von Michael Kobbeloer, der sich wegen Differenzen mit der Schulleitung von der Tätigkeit und zugleich aus dem Beamtentum verabschiedet hatte. Nach Angaben der Landesschulbehörde wurde nach einer Reihe „nicht bewerbungsfähiger“ Bewerbungen die Stelle nun zum zweiten Mal ausgeschrieben. Es gibt jetzt eine aussagekräftige Bewerbung, doch das Verfahren läuft noch, berichtet Pressesprecherin Susanne Strätz. Zu wann die Stelle neu besetzt werden kann, sei noch offen.

Damit fehlen Lehrstunden in dem Fachbereich, hinzu komme ein Ausfall mehrerer Lehrer wegen lang- und kurzfristiger Erkrankungen, beschweren sich die Schüler aufgebracht, und das bestätigt auch Schulleiterin Annette Due. Von 1320 Stunden, die in der zweijährigen Erzieherausbildung unterrichtet werden müssten, würden 300 Stunden ausfallen, zählt Schüler Tobias Moock auf.

Einige Demonstranten berichten, dass sie innerhalb der vergangenen vier Wochen normalerweise 24 Stunden wöchentlich gehabt hätten, jedoch lediglich zehn pro Woche erteilt worden seien. Lehrer seien überlastet, eine Mitarbeiterin aus dem Kollegium sei vergangene Woche weinend in den Klassenraum gekommen, heißt es.

„Wir wollen mit der Demonstration den Lehrern den Rücken stärken“, stellt der ehemalige Schulsprecher Julien Ziegeler klar. Die Unterrichtsqualität und die Verbindung zum Kollegium und zur Schulleitung seien intakt. Aber es würden mehr Lehrer benötigt. „So kann es nicht weitergehen, dass Lehrer sich überarbeiten“, sagt er.

Mit ihrem Streik erreichten sie gestern ein Gespräch mit der zuständigen Dezernentin der Schulbehörde. „Wir versuchen, weitere Unterstützung zu geben“, sagt die Pressesprecherin. Betroffen von der Personalnot seien aber auch andere Fachbereiche. Zwei neue Stellen würden der BBS II zugewiesen. Aber: „Es ist nicht einfach, die geeigneten Leute zu finden“, sagt Strätz. Das betreffe nicht nur die berufsbildenden Schulen, sondern auch die allgemeinbildenden Schulen.

Und noch eine weitere Stelle an der Georgsanstalt wird ausgeschrieben: Annette Due übernimmt eine andere Aufgabe, bestätigt Strätz. Wann mit dem Wechsel zu rechnen ist, ist noch unklar. Bis dann eine Nachfolge gefunden ist, wird Dues Stellvertreter die Schulleitung übernehmen.

Von Diane Baatani

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