Projekttag an den Berufsbildenden Schulen I widmet sich dem Flüchtlingsthema

Schüler-Film erzählt Asylschicksale

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Jaison Bulik (v.l.), Saskia Husemann und Alina Pinske verteilten kleine Gewinne an die Teilnehmer des Wissens-Parcours.

Uelzen. Nemanja Grahovac will anderen Flüchtlingen helfen. Er plant ein Freiwilliges Soziales Jahr beim CJD-Jugendmigrationsdienst.

„Weil ich serbo-kroatisch spreche, kann ich Flüchtlinge aus Montenegro unterstützen, sich in Deutschland zurecht zu finden“, sagt er im Film „Der goldene Käfig“. Die Wirtschaftsklasse der Berufsbildenden Schulen I in Uelzen haben ihn gedreht. Die Schüler wollten zeigen, dass sich hinter den von Behörden abgearbeiteten Verfahren, individuelle menschliche Schicksale verbergen. Die Flüchtlinge sollten aus ihrem Leben erzählen können und für die Menschen im Landkreis ein Gesicht bekommen. Der Film wurde am Freitag im Rahmen eines Projekt- und Informationstages der BBS I zum Thema „Flüchtlinge“ gezeigt.

Nach der Filmvorführung ging es für die Schüler und Besucher des Projekt- und Informationstages, der mit „Gesichter unserer Stadt“ überschrieben war, Treppe rauf und Treppe runter, mal links mal rechts: Fragen zum Flüchtlingsthema waren zu beantworten, bei richtiger Antwort trafen die Schüler gleich auf die nächste Frage, die sie weiterbrachte. „So muss es den Flüchtlingen ergehen, wenn ihre Odyssee sie nach Deutschland geführt hat“, erklärte Astrid Albrecht von der Klasse der zweijährigen Berufsfachschule Wirtschaft, in der die Arbeitsgruppe „World of Projects“ den Wissens-Parcours organisiert hatte.

Der Aktionstag habe auch die Aufgabe, so die Lehrerin, für Verständnis zu sorgen, damit Vorurteile abgebaut werden könnten. Flüchtlinge wie Sarah aus Afghanistan, die über die Länder Iran, Türkei und Griechenland floh, um nach acht Monaten in Deutschland anzukommen, wünschen sich, dass die Menschen in ihrer neuen Heimat ihnen ohne Vorurteile begegnen. Nachdem Sarah einen Sprachkurs und die Schule erfolgreich abgeschlossen hat, sucht sie nun, froh Krieg und Gewalt hinter sich gelassen zu haben, einen Ausbildungsplatz. „Ich möchte den Beruf der medizinisch-technischen Fachangestellten erlernen“, erzählt die junge Frau.

Von Angelika Jansen

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