Ambulanz öffnet im November an der Brauerstraße 12 in Uelzen / Auch Tagesklinik soll kommen

Schritt in Richtung Kinderpsychiatrie

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In den Räumen des sozialpsychiatrischen Dienstes an der Brauerstraße werden ab November Psychiater auch für Kinder und Jugendliche Präsenzzeiten anbieten.

Uelzen/Landkreis. Die Betreuung im Landkreis von Kindern und Jugendlichen, die einer psychiatrischen Hilfe bedürfen, wird sich in diesem Jahr noch verbessern. Bis November soll eine Institutsambulanz für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Uelzen entstehen.

Das sagt Rolf Sauer, Geschäftsführer der Psychiatrischen Klinik Lüneburg, im Gespräch mit der AZ. Die Klinik aus der Nachbarstadt wird Träger der Ambulanz sein. Und: Sie will das jugendpsychiatrische Angebot im Landkreis mit einer Tagesklinik für Patienten bis 14 Jahren auch noch weiter ausbauen.

Der Klinik wurde vom niedersächsischen Gesundsheitsministerium bereits vor mehreren Jahren der Zuschlag für den Aufbau der Tagesklinik für Jugendpsychiatrie mit zwölf Plätzen erteilt. Der Grund: Im Landkreis Uelzen fehlt ein entsprechende Einrichtung. Lüneburg war die nächste Anlaufstelle. Sauer kündigt für Ende August einen Zeitplan an, bis wann die Tagesklinik entstehen soll.

Zum Hintergrund: Der Besuch einer Institusambulanz ist vergleichbar mit einem Arzttermin. Patienten einer Tagesklinik erhalten tagsüber eine Behandlung, sind aber so stabil, dass sie in den Nächten und an den Wochenenden zu Hause sein können. Beim Aufbau der Ambulanz und der Tagesklinik kooperiert die Psychiatrische Klinik Lüneburg mit dem Verein „Die Brücke“. Er unterhält bereits eine Tagesklinik für Erwachsene in Uelzen, die zurzeit neu, in einem größeren Umfang, an der an der Alewinstraße gebaut wird (AZ berichtete).

Wie Kurt Spannig, Geschäftsführer des Vereins, sagt, beziehe sich die Kooperation auf die Suche nach geeigneten Immobilien für die jugendpsychiatrischen Einrichtungen. Am Beispiel der geplanten Institutsambulanz wird deutlich, was das bedeutet: Sie soll im November in Räumen des sozialpsychiatrischen Dienstes, der an der Brauerstraße seinen Sitz hat und vom Verein „Die Brücke“ getragen wird, ihre Pforten öffnen. Kinder- und Jugendpsychiater aus Lüneburg werden dort Präsenzzeiten haben, erläutert Rolf Sauer.

Die Kooperation mit dem Verein „Die Brücke“ ist neu: Ursprünglich wollte die Lüneburger Klinik in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Uelzen die Tagesklinik aufbauen. Sogar ein Standort war schon ausgemacht. Eine frühere Kindertagesstätte auf dem Gelände des Uelzener Klinikums erschien geeignet. Beim Schmieden der Pläne wurde das Uelzener Klinikum von der Rhön-Gruppe geführt, inzwischen gehört es zu Helios. Unternehmenssprecherin Svenja Koch informiert, dass sich durch einen Eigenbedarf und wegen einer Vielzahl von anstehenden Projekten des Uelzener Krankenhauses die Kliniken darauf geeinigt hätten, die angedachte Kooperation nicht weiter zu verfolgen. Es habe diesbezüglich nur unverbindliche Gespräche gegeben.

Rolf Sauer nennt die geführten Gespräch hingegen „verbindlich“ und formuliert: Die Kliniken hätten ihre Interessen nicht über einander bringen können.

Von Norman Reuter

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