Schnuppern für Auszubildende

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Nicht nur Informationen gab es bei den Friseurinnen im Rahmen des „Frühlingsschnupperns“: Sie verabreichten auf Wunsch auch Handmassagen.

Uelzen - Von Jürgen Köhler-Götze. Es hat Tradition: Schon zum sechsten Mal öffneten die beiden Berufsbildenden Schulen (BBS) im Februar ihre Türen für alle, die demnächst ihre Schule verlassen und entweder ins Berufsleben streben oder einen Schulabschluss machen möchten. An beiden Schulen kann man sich keineswegs nur auf einen Berufsabschluss vorbereiten. Die Möglichkeiten, im Vollzeitunterricht einen Haupt- oder Realschulabschluss, die Fachhochschulreife oder die Allgemeine Hochschulreife (Abitur) zu erwerben, sind überraschend vielfältig und eröffnen eine große Breite beruflicher Perspektiven.

In diesem Jahr brach der Ansturm der Besucher alle bisherigen Rekorde. Bereits kurz nach Mittag waren 1800 Besucher gezählt worden. Viele von ihnen hatten auch gleich das aktuelle Halbjahreszeugnis, einen Lebenslauf und ihr Foto mitgebracht, um sich an der Schule ihrer Wahl anzumelden. Hilfestellung beim ungeliebten Ausfüllen der Formulare wurde ihnen an diesem Tag auch geboten. Die Anmeldefrist für das kommende Schuljahr 2011/2012 läuft noch bis zum 20. Februar. Bei der BBS I war zu erfahren, dass sich die Anmeldezahlen ungefähr auf Vorjahresniveau bewegen, die BBS II meldete einen merklichen Anstieg der Zahlen am Tag der offenen Tür.

Viele Besucher aber nutzten den Informationstag, um sich zunächst einmal über die Vielzahl der Berufe schlau zu machen, die man an den BBSen erlernen kann. Eines der Ziele des Tags der offenen Tür ist, überhaupt erst einmal einen Überblick über die vielen beruflichen Bildungsgänge zu geben. Immer wieder stellen die beiden Berufsbildenden Schulen fest, dass den Schülern lediglich ein Bruchteil der Berufe überhaupt bekannt ist, die man in Uelzen lernen kann und dass Unklarheit darüber besteht, wie die berufliche Ausbildung vonstatten geht. Unklarheiten bestehen auch über die Anforderungen, die erfüllt werden müssen, über die beruflichen Perspektiven und mögliche Alternativen zum Traumberuf.

Die Berufsschulen möchten auch denjenigen Schülern eine Perspektive eröffnen, die trotz zahlreicher Bewerbungen keinen Ausbildungsplatz bekommen haben. „Wir beobachten oft, dass Schülerinnen und Schüler die von den Betrieben geforderten Qualifikationen noch nicht vorweisen können“, sagt Studiendirektor Wolfgang Schäfer. Eine weiterführende schulische Ausbildung mit beruflicher Ausrichtung könne entscheidend dazu beitragen, solche Lücken zu schließen. „Die Erfahrung zeigt, dass der Bewerber, der vorher keine Lehrstelle gefunden hat, plötzlich interessant für die Betriebe geworden ist, weil er die Anforderungen jetzt besser erfüllen kann“, bestätigt auch die Schulleiterin der BBS II, Annette Due.

Die angehenden Schüler konnten sich an zahlreichen Ständen informieren, mit ihren zukünftigen Lehrern ins Gespräch kommen und sich vor allem mit den Schülern unterhalten, die jetzt bereits an den BBSen sind. Die Werkstätten der Bereiche Metall, Bautechnik, Holztechnik und Elektrotechnik waren geöffnet und präsentierten zum Teil beeindruckende Jahresprojekte. Die Zahl der Infoveranstaltungen reichte angesichts der vielen Interessenten nicht aus. Die neu geschaffene Fachoberschule Gestaltung musste eine zweite Veranstaltung anbieten. „Wir werden im kommenden Schuljahr mit einer Klasse starten, aber das Interesse würde theoretisch sogar zwei Klassen möglich machen“, freut sich der Schulleiter der BBS I, Stefan Nowatschin.

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