Schmerzfrei

Ob die Gelassenheit in der Uelzener Stadtverwaltung authentisch oder einfach nur demonstrativ ist, was die aktuelle Situation zum Marktcenter- „Bau“ und die Suche nach einem Betreiber für den Elektronik-Fachmarkt betrifft, ist schwer zu sagen.

Lässt man Kommentare wie kürzlich von Bürgermeister Otto Lukat auf sich wirken, könnte man aber fast den Eindruck gewinnen, der Glaube ans Gute im Uelzener Rathaus ist unerschütterlich: Die Stadt habe durch die Ver-zögerungen keinerlei Nachteile zu erwarten, erklärte das Stadtoberhaupt.

Auch der Stadtbaurat wiederholt mantraartig, dass sich der Investor vertragsgemäß verhalte und man abwarten müsse. Wann die Schmerzgrenze dieser Wartehaltung erreicht sei und man vom Tolerieren zum Agieren übergehe? Kein Kommentar.

Was anderes, als still zu halten, bleibt den Stadtvätern aber offenbar gar nicht übrig. Denn im Vertrag mit dem Marktcenter-Investor sucht man eine Klausel über einen Fertigstellungstermin vergebens. (Auf ihrer Internetseite beschreibt die HBB den Projektstatus des „Fachmarktzentrums Uelzen“ übrigens noch so: „Baubeginn erfolgt, Eröffnung voraussichtlich 4. Quartal 2014.“)

Deswegen: Ja, sicher, der Investor verhält sich vertragskonform. Aber enthält der Vertrag nicht einen entscheidenden Fehler? Anstatt diesen auszubügeln, nimmt man in Uelzen lieber dessen Folgen hin und beschönigt die Dinge. Scheinbar schmerzfrei. Bis es irgendwann richtig weh tut. - Von Ines Bräutigam

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