Gern, gelegentlich oder gar nicht: Uelzener und ihre Erfahrungen mit dem Qualmen

Schluss mit Rauchen – weil man es will

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Rauch-Rituale: Abgesehen von der Sucht nach Nikotin spielen Gewohnheiten bei vielen Tabakkonsumenten eine wichtige Rolle.

Uelzen. Als die Weltgesundheitsorganisation 1987 den Weltnichtrauchertag ins Leben rief, war Petra Verworren aus Gerdau 18 Jahre alt – und Raucherin. Über einen Zeitraum von rund zehn Jahren griff sie zur Zigarette, inzwischen ist sie überzeugte Nichtraucherin.

„Das war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte“, sagt sie heute, froh, den Absprung geschafft zu haben.

Mit Hilfe des Ratgebers „Endlich Nichtraucher!“ des britischen Schriftstellers Allen Carr hat sich Verworren das Qualmen abgewöhnt. Von einem Tag auf den anderen, ohne Ersatz für das Nikotin. Den heutigen Weltnichtrauchertag hält die 43-Jährige für eine gute Gelegenheit, besonders präventiv über die Gefahren des Tabakkonsums aufzuklären: „Darauf sollte noch viel mehr aufmerksam gemacht werden, gerade an Schulen, damit Jugendliche gar nicht erst anfangen.“

So wie Björn Dauven: Der 17-Jährige hat nach eigener Aussage noch nie geraucht und sich vorgenommen, es dabei zu belassen. „Beim Sport haben Raucher zum Beispiel deutlich weniger Kondition“, begründet der Handballer seine Einstellung zu dem Thema, „außerdem will ich meinem Körper ja nicht bewusst schaden.“ Wenn einige Mitschüler oder Freunde das anders sähen, „ist das natürlich ihre Sache – solange sie Rücksicht auf die anderen nehmen“. Und beim Besuch von Clubs oder Kneipen, in denen geraucht wird, nehme man es eben in Kauf, dass die Sachen anschließend verqualmt stinken. „Bei uns im Jahrgang rauchen nicht einmal zehn Prozent“, schätzt der Gymnasiast, „zumindest nicht regelmäßig, auf Parties ist das was anderes.“

Dass mit Inkrafttreten des Nichtraucherschutz-Gesetzes 2007 die Glimmstängel vielerorts verboten sind, stört den Raucher Tim Hentschel nicht: „In Restaurants ist es sogar ganz angenehm.“ Auch ansonsten sei Rücksicht geboten, „es reicht ja, wenn man seiner eigenen Gesundheit schadet.“ Trotz des offenkundigen Wissens um die Gefahren, denke er derzeit noch nicht über das Aufhören nach. Ob er sich in 25 Jahren auch noch mit Zigarette in der Hand sehe? „Sich solche fernen Ziele zu stecken, dient doch nur als Aufschub und Ausrede“, urteilt der 26-Jährige, „man hört nicht auf, weil man ein bestimmtes Alter erreicht hat, sondern weil man es will.“ Auch steigende Preise hätten da nur wenig Einfluss, obwohl Hentschel selbst auf Drehtabak umgestiegen ist – aus Kostengründen.

So wie auch Gunther Wilms. Weil ihm die Schachteln inzwischen zu teuer sind, greift er zu Papier und Tabakpäckchen. „Der Weltnichtrauchertag ist mir eigentlich egal“, sagt der 30-Jährige, „für mich sind die Zigaretten mittlerweile eine Selbstverständlichkeit.“ Seit seinem 16. Lebensjahr raucht der gebürtige Lüneburger. Versuche, damit aufzuhören, hat er natürlich auch schon hinter sich und weiß um die kritischsten Phasen: „Am meisten vermisse ich das Rauchen dann in Gesellschaft.“

Von Karsten Tenbrink

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