Von Woche zu Woche

Schlüsselrolle für den Bürgermeister

Es ist ein bunter politischer Werdegang: Nach Querelen um Listenplatzierungen für die Kreistagswahl hatten die beiden ehemaligen CDU-Kreisvorstandsmitglieder Joachim Delekat und Dirk Offermann im Mai 2011 ihren Austritt aus der Partei bekannt gegeben.

Damals waren der heutige CDU-Bürgermeister-Kandidat Karsten Jäkel und Offermann Rivalen um einen guten Listenplatz, Jäkel erhielt den Zuschlag. Offermann und Delekat zogen damals ihre Konsequenzen daraus.

Im September des selben Jahres gaben Joachim Delekat – jetzt als Ratsherr der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) – und die Grünen im Uelzener Stadtrat bekannt, dass sie künftig in einer Gruppe zusammen arbeiten würden. Einen Monat später landete Delekat, gemeinsam mit den Grünen, wieder bei der CDU. Zu dritt wollte man nun eine Stadtratsgruppe bilden.

Seit Donnerstag wissen die Uelzener: Joachim Delekat sieht die meisten Gemeinsamkeiten in seiner politischen Arbeit nun bei den Sozialdemokraten. Ergo werden SPD und UWG künftig im Stadtrat gemeinsame Sache machen.

Jetzt mögen manche diese Umtriebigkeit sprunghaft nennen. Doch: Wer Standpunkte von einst hinterfragt, feststellt, dass sie sich nicht mehr richtig anfühlen, und sie ändert, entwickelt sich und die Dinge auch weiter. Und er zeigt Mut.

Vor allem aber zeigt das Bäumchen-wechsel-Dich des Joachim Delekat eines: In der politischen Arbeit entscheiden oftmals nur Nuancen. Gerade für die kommunale Ebene gilt das, wo die Parteien in vielen Themen gar nicht so weit voneinander entfernt sind. Angesichts der beschränkten Handlungsmöglichkeiten und der lokalen Verantwortung kann es hier nur um die Sache gehen. Politische Ränkelspielchen sind fehl am Platz.

An Jürgen Markwardt, der – obwohl von der SPD getragen – ein unabhängiger Bürgermeister zu sein versprochen hat, wird es nun sein, möglichen Missklängen mit einer Offenheit und Gleichbehandlung aller gar nicht erst Raum zu bieten. Denn natürlich kann der Wechsel Delekats bei CDU und Grünen nur so ankommen: Die SPD bringt sich mit „ihrem“ Bürgermeister in Position.

Von Ines Bräutigam

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