14 Erwachsene und Kinder waren mit dem Uelzener Fahrer in dem Kleintransporter auf dem Weg durch Bayern, als die Polizei ihn stoppte

Schleuser-Chef aus Uelzen?

14 Erwachsene und Kinder waren mit dem Uelzener Fahrer in dem Kleintransporter auf dem Weg durch Bayern, als die Polizei ihn stoppte. Foto: Bundespolizei

Uelzen/Rosenheim. Die Polizei hat gestern in Bayern einen Schleuserring gesprengt und als mutmaßlichen Kopf einen 26-jährigen Uelzener festgenommen. Der Syrer, der nach AZ-Informationen seit Jahren in Uelzen lebt, sitzt jetzt in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim in Untersuchungshaft. Die Bundespolizei durchsuchte noch am Abend seine Wohnung in der Uelzener Innenstadt.

Fahnder der Rosenheimer Bundespolizei hatten den angemieteten Kleintransporter am Mittwoch auf der Autobahn 93 zwischen Kufstein und Rosenheim gestoppt. Im Fahrzeug befanden sich neben dem Uelzener als Fahrer insgesamt 14 Personen, darunter vier Kinder. Zwei junge Männer kauerten aus Mangel an Plätzen auf einer Matratze im Kofferraum des Wagens. Die Minderjährigen mussten zum Teil auf dem Schoß ihrer Erziehungsberechtigten sitzen.

Während sich der 26-jährige Uelzener syrischer Herkunft mit deutschen Aufenthaltspapieren ausweisen konnte, waren seine Begleiter nicht in der Lage, ihre Identität mit Ausweisen oder sonstigen Dokumenten nachzuweisen. Nach eigenen Angaben handelt es sich ebenfalls um Syrer. Die drei Männer und sieben Frauen wurden wegen des Verdachts der illegalen Einreise in Gewahrsam genommen und angezeigt. Sechs von ihnen befinden sich auf richterlichen Beschluss hin bereits in so genannter Zurückschiebehaft. Sie werden das Land wieder verlassen müssen. Vier erwachsene Flüchtlinge und die Kinder konnten vorerst einer Münchner Aufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zugeleitet werden. Gegen den verhafteten Fahrer aus Uelzens ermittelt die Bundespolizei wegen Einschleusens von Ausländern. Das Rosenheimer Amtsgericht ordnete an, den 26-Jährigen in Untersuchungshaft zu nehmen.

Auf richterliche Anordnung hin durchsuchte die Uelzener Bundespolizei noch am Mittwoch die Wohnung des 26-Jährigen an der Scharnhorststraße. Dort trafen sie mehrere Familenangehörige des Verdächtigen an. Außerdem wurden Wohnungen weiterer Verdächtiger in Gütersloh und Münster durchsucht.

„Insgesamt konnten wir umfangreiches Beweismaterial wie Mobiltelefone, Datenträger und Kontoauszüge sichergestellt“, erklärt Rainer Scharf, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Rosenheim.

Von Thomas Mitzlaff

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