„Vernunftehe“ Samtgemeinde Aue: Staßar und Dobslaw im Streitgespräch

Schlagabtausch bei Ratssitzung

+

Bad Bodenteich. Die Sitzung des Samtgemeinderates Aue am Mittwochabend in Bad Bodenteich war fast vorbei, als sich der CDU/WGA-Gruppensprecher Heinz-Hermann Schulze zu Wort meldete. „Wir finden den Stil nicht gut, dadurch entsteht keine fruchtbare Zusammenarbeit.

Ich halte es für sehr bedenklich. “ Damit bezog sich Schulze auf die Vorwürfe von SPD-Fraktionssprecher Andreas Dobslaw in Richtung Bad Bodenteichs Bürgermeister Edgar Staßar (die AZ berichtete). Schulze monierte die Außendarstellung der Samtgemeinde Aue und bot Dobslaw im gleichen Atemzuge ein Gespräch im kleinen Kreise an. „Wir haben genug zu tun in unseren Bereichen, lass uns vertraulich zusammenarbeiten und nicht in einen Kleinkrieg verfallen.“

Dobslaw nahm den Ball auf und verteidigte seine Überzeugung: „Ich sage mal etwas ketzerisches: Wir haben den Samtgemeindebürgermeister mit dem Zukunftsvertrag ausgestattet. Da kann man nicht kritisieren, dass wir sparen.“ Der Sozialdemokrat betonte, dass sich die SPD/Dr. Hintze-Gruppe vor die Verwaltung gestellt habe. Es dürfe nicht nur die Frage gestellt werden, wie es den Bodenteichern gehe, sondern auch den Wierenern und Wrestedtern. „Beim Waldbad sehe ich Handlungsbedarf“, warf Dobslaw ein, ohne konkreter zu werden. Für ihn war es eine „sachliche Kritik“. Das sieht Edgar Staßar anders. Dobslaw solle doch bei der Wahrheit bleiben, so sein Vorwurf. „Ich habe in Schafwedel nichts über das Waldbad oder Wieren gesagt. Es sind Unterstellungen und ich finde es beschämend.“ Für Staßar war es eine Unverschämtheit.

Dr. Horst-Michael Hintze schaltete sich ebenfalls in die Diskussion ein: „Wir haben einen Fusionsvertrag unterschrieben – es war keine Liebesheirat, sondern eine Vernunftehe. Wir haben es so gewollt.“ Jetzt solle man auch nicht nachhaken, wer was mit in die Ehe einbringe. Der Samtgemeindebürgermeister sage, wo es hingehe. „Wenn dann jemand sagt, dass Schützenhaus machen wir mit links – das geht nicht, Herr Staßar.“ Jeder, der auf Bürgerversammlungen die Dinge umdrehe, werde kritisiert. „Wer das nicht verträgt, sollte abtreten. Wir wollen nichts Ungewöhnliches, sondern das, was wir unterschrieben haben“, beendet Hintze seine Ausführungen. Abschließend beendete Harald Benecke den Schlagabtausch: „Vernunftehen sind häufig geschlossen worden – oft erfolgreicher als Liebesheiraten. Wir müssen uns noch aneinander gewöhnen.“

Von Jörn Nolting

Kommentare