Nadelöhr auf dem Elbe-Seitenkanal: Zweiter Trog weist Pilzbefall auf

Schimmel in der Schleuse

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Die neuere Schleusenkammer II ist bei Esterholz in Betrieb. Im Inneren gibt es eine Schimmelbefall an „zahlreichen Oberflächen“, erklärt das WSA auf Nachfrage.

Uelzen/Esterholz. Die Schleuse bei Esterholz ist ein Sanierungsfall – und das nicht nur, wie berichtet, wegen der Betonschäden in der älteren Schleusenkammer. Im zweiten Trog, der seit 2006 in Betrieb ist, gibt es einen Schimmelbefall, wie Binnenschiffer schildern.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Uelzen bestätigt auf AZ-Anfrage, dass es bei dem Bauwerk mit diesem Problem zu kämpfen hat.

Bauartbedingt komme es seit dem Betrieb im Inneren der Schleuse II einerseits durch hohe Luftfeuchtigkeit und andererseits durch einen guten Nährboden – durch Reste von biologisch abbaubaren Schalölen – auf „zahlreichen innenliegenden Oberflächen zu Schimmelpilzwachstum“, erläutert das WSA.

Betrieben wird aber der Trog. Er gewährleistet zur Zeit den Schiffsverkehr auf dem Elbe-Seitenkanal, da die zweite, ältere Schleusenkammer wegen Bewehrungsschäden nicht zu nutzen ist. Das Hebewerk bei Esterholz wurde damit zu einem Nadelöhr auf dem Kanal. Zu Spitzenzeiten des Schiffsverkehrs haben sich die Wartezeiten verdoppelt, was nach Einschätzung von Experten sowie Reedern Auswirkungen auf die Unternehmensansiedlung an Häfen hat und zu wirtschaftlichen Einbußen führt.

Um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten Rechnung zu tragen, die in der Schleuse arbeiten würden, habe es in der Vergangenheit und gebe es zurzeit auch noch kontinuierliche Untersuchungen, erklärt das Wasser- und Schifffahrtsamt. „Unmittelbar nachdem der Schimmel festgestellt worden ist, wurde sofort mit Gegenmaßnahmen begonnen.“ Es habe Reinigungen gegeben, auch Lufttrockner und Luftfilter seien zum Einsatz kommen. Das WSA: „Nach derzeitigem Erkenntnisstand bestand und besteht keine Gefährung der Beschäftigten.“ Betrieben wird jeder Schleusentrog von einem Steuerstand aus. Jeder Trog besitzt einen solchen Stand und wie das Amt mitteilt, erfolgt das Schleusen derzeit von der Anlage der anderen, nicht von Schimmel befallenen Schleusenkammer aus.

Von Norman Reuter

Stau an der Esterholzer Schleuse

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