Geschwindigkeitsbeschränkung auf L 250 im Stadtwald dauert keine zwei Tage

Sie sollten Leben retten: Die Schilder sind schon gestohlen

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Donnerstag stellten Mitarbeiter der Straßenmeisterei die Schilder auf, in der Nacht zu Sonnabend kamen sie weg.

Uelzen. Am Donnerstagmittag stellten Mitarbeiter der Straßenmeisterei die Schilder mit der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 80 Stundenkilometer auf, Sonnabendmorgen waren diese schon wieder weg – vermutlich gestohlen.

Auf der L 250 im Stadtwald zwischen Uelzen und Westerweyhe ist die Strecke bis auf die abschnittsweise Reduzierung auf 70 Stundenkilometer also wieder frei bis 100 Stundenkilometer.

Dabei war die Begründung einfach und einleuchtend: Die Strecke ist gefährlich, die Geschwindigkeitsbegrenzung soll Leben retten. Das hatte Andreas Dobslaw, bei der Polizeininspektion Lüneburg Verkehrsexperte und außerdem Geschäftsführer der Unfallkommission Uelzen, am Donnerstag zur AZ gesagt.

Die Unfallkommission des Landkreises und der Stadt Uelzen war zu dem Ergebnis gekommen, dass für die Strecke eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu empfehlen sei.

Und nur eine Woche verging von der Empfehlung bis zum Aufstellen der Schilder. Laut Drobslaw ein Beleg für die „Brisanz“ der Angelegenheit. Drei Tote hatte es auf dem Stück seit 2007 gegeben.

In der Facebook-Gruppe „Blitzer im Landkreis Uelzen“, in der Dobslaw den AZ-Artikel verlinkte, gab es zu der Geschwindigkeitsbegrenzung eine kontroverse Diskussion – bis ein Nutzer des Netzwerkes am Sonnabendmorgen um 10.28 Uhr schrieb: „Bin die Strecke eben gefahren. Keines der 4 ‘80’ Schilder hing mehr.“

Polizeisprecher Kai Richter von der Polizeiinspektion Lüneburg sagte dazu gestern Abend: „Die Schilder sind vermutlich geklaut worden. Die Ermittlungen dauern an.“

Auf Nachfrage bestätigte Richter zudem AZ-Informationen, dass gerade neue Ampeln, Blitzer und Schilder in der Region schon häufiger Ziel von Vandalismus geworden seien. So ist eine Ampel in Hitzacker seit ihrer Aufstellung vor über zwei Jahren bisher insgesamt wohl nur acht Wochen in Betrieb gewesen.

Einen Zusammenhang sieht Richter, der von Tätern aus dem Raum Uelzen ausgeht, nicht. Er bittet Zeugen aber um Hinweise an die Polizei Uelzen unter (0581) 930215.

Von Steffen Kahl

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