Ablagerungen in Hafenbecken müssen 2015 ausgebaggert werden / Kosten 1,2 Millionen Euro

Schiffe drohen auf Grund zu laufen

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Uelzen. Beladenene Schiffe drohen im Uelzener Hafen auf Grund zu laufen. Im Hafenbecken, in dem die Schuten wenden können, liegt die Wassertiefe wegen Ablagerungen inzwischen bei 2,50 Meter nahe der Fahrrinne und einem Meter im Uferbereich.

Der Tiefgang von Schiffen mit Fracht beträgt jedoch bis zu 2,80 Meter.

Am Boden des Wendebeckens (siehe Grafik) haben sich Bodenteilchen abgesetzt, sodass die Wassertiefe zwischen 2,50 Meter und einem Meter liegt. Schiffe, die beladen sind, haben jedoch einen Tiefgang von bis zu 2,80 Meter.

Damit der Hafen für Schiffe nicht zur Sackgasse wird, muss im kommenden Jahr das Becken ausgebaggert werden. Ein kostspieliges Unterfangen für den Landkreis Uelzen, der Träger des Hafens ist: „Die Kosten werden insgesamt auf 1,2 Millionen Euro brutto geschätzt“, informiert Kreissprecher Martin Theine auf AZ-Nachfrage. Die Arbeiten belasten den Kreishaushalt 2015, der nach derzeitigem Stand ein Defizit von rund einer Million Euro aufweist. An einen Aufschub ist nicht zu denken. „Es stellt sich nicht die Frage, es muss gemacht werden“, sagt Andreas Dobslaw (SPD), der als Kreistagsmitglied in der Gesellschafterversammlung der Uelzener Hafenbetriebs- und Umschlagsgesellschaft sitzt.

Wind hat über Jahre feinste Bodenmaterialien in den Elbe-Seitenkanal getragen. Im Bereich der Fahrrinne führe dies jedoch weniger zu Ablagerungen, da die Einträge durch den Verkehr immer wieder aufgewirbelt würden, schildert Martin Theine die Situation. „Das Wendebecken stellt hier sozusagen einen ,verkehrsberuhigten‘ Bereich dar, in welchem sich die Bodenteilchen absetzen können“, so der Kreissprecher. Mit der Zeit würden die Ablagerungen zu einer stichfesten Konsistenz, die dann den Schiffen Probleme bereiten können.

Einen genauen Termin für den Start der Arbeiten 2015, steht nach Angaben des Landkreises noch nicht fest. Gegebenenfalls könnten sie in Verbindung mit einer Maßnahme des Wasser- und Schifffahrtsamtes Uelzen erfolgen, sodass Kosten gespart werden und sich auch mögliche Einschränkungen für den Schiffsverkehr im Rahmen halten. Sie können vom Landkreis nicht ausgeschlossen werden. „Bei Baumaßnahmen auf und am Elbe-Seitenkanal kann es immer zu temporären Behinderungen des Schiffsverkehrs kommen, insbesondere zu Beginn der Maßnahme, da dann die zu beladenen Schuten noch in oder sehr nah der Fahrrinne liegen werden“, so Kreissprecher Theine. Eine Vollsperrung des Kanals werde es unter normalen Umständen nicht geben. „Schiffe werden die Baustelle, auch zu Beginn der Maßnahme, zumindest einstraßig passieren können.“

Von Norman Reuter

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