Metronom startet neue Lokführer-Ausbildung / Kooperation mit Arbeitsagentur

Auf der Schiene in die Zukunft

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Unterwegs im Führerhaus des Metronom: 14 Männer und zwei Frauen haben jetzt ihre Lokführer-Ausbildung bei dem Uelzener Eisenbahnunternehmen begonnen – eine Aktion gegen den zunehmenden Fachkräftemangel.

Uelzen. Sie ist jung, engagiert und selbstbewusst: „Eineinhalb Jahre war ich bei Metronom Fahrgastbetreuerin. Jetzt will ich einfach mal selber eine Lok fahren“, sagt Özlem Köse. Die 24-jährige Uelzenerin hat Anfang Dezember ihre Ausbildung zum Lokführer bei der Metronom Eisenbahngesellschaft begonnen.

Insgesamt 16 Teilnehmer im Alter von 22 bis 51 Jahren umfasst die Gruppe, die bei der Deutschen Angestellten-Akademie Uelzen ausgebildet wird. Neben Özlem Köse ist noch eine weitere junge Frau unter den Anwärtern, dazu 14 Männer.

Die Ausbildung dauert neun Monate und ist in drei Abschnitte gegliedert: Eisenbahnbetrieb, Technik und Kundendienst. Geschult werden die Teilnehmer unter anderem in einem Fahrsimulator. Damit ist Metronom nach den Worten des technischen Geschäftsführers Jan Görnemann das erste private Eisenbahnunternehmen in Deutschland, das mit dieser modernen Technik ausbildet. Doch wie wird man Lokführer bei Metronom? „Alter und Geschlecht der Bewerber spielen für uns überhaupt keine Rolle“, versichert Görnemann.

Wünschenswert sei vielmehr technisch-mechanisches Verständnis, zum Beispiel eine vorherige Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Zudem sei die Bereitschaft der Bewerber zum Schicht- und Feiertagsdienst unerlässlich.

„Natürlich muss auch die gesundheitliche Eignung gegeben sein“, sagt Görnemann. Neben einem sehr guten Seh- und Hörvermögen sei die körperliche Fitness ganz wichtig. Denn Lokführer müssten manchmal auf freier Strecke anhalten und dann aus ihrem Führerhaus aus- und wieder einsteigen.

Mit der Lokführer-Ausbildung will Metronom dem zunehmenden Fachkräftemangel begegnen, erklärt der kaufmännische Geschäftsführer Frank Höhler. Dabei kooperiert das Unternehmen mit der Agentur für Arbeit Uelzen. Diese sucht aus den bei ihr gemeldeten Personen passende Bewerber für Metronom aus. Auf diese Weise wurden zwei Arbeitslose für die jetzt gestartete Qualifizierung zum Lokführer gewonnen. Fünf weitere Teilnehmer haben eine Weiterbildung für geringqualifizierte und ältere Arbeitskräfte bei der Agentur absolviert. Die übrigen Auszubildenden des 16-köpfigen Kursus werden von Metronom gefördert.

„Die Zusammenarbeit ist ein sehr positives Beispiel zum Thema Fachkräftesicherung“, freut sich Kerstin Kuechler-Kakoschke, Leiterin der Agentur Uelzen. Auch für Metronom-Chef Höhler liegen die Vorteile der Kooperation auf der Hand: „Die Agentur spricht Menschen an, die wir als Mitarbeiter vielleicht nie finden würden.“

Unterdessen hat Özlem Köse die ersten Tage ihrer Lokführer-Ausbildung absolviert. Die gefalle ihr sehr gut, verrät sie. Auch mit Schichtarbeit hat sie keine Probleme: „Ich bin gelernte Hotelfachfrau, daher kenne ich das, und es macht mir gar nichts aus.“ Und dann beweist die junge Frau noch einmal, dass sie ihre neue Aufgabe voller Selbstbewusstsein angeht: „Ich will zeigen“, sagt sie, „dass Frauenpower sich durchsetzen kann.“

Von Bernd Schossadowski

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