Eingeschränktes Panorama: Gäste der Salzwelt schauen auf 1,40 Meter hohe grauen Sichtschutz

Saunieren mit Blick auf Bretterwand

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Stehend kann KurGmbH-Geschäftsführer Uwe Winter auch von dem Ruheraum über den grauen Sichtschutz hinweg in den Kurpark schauen. Wer sich nach dem Saunagang allerdings auf einer Liege niederlässt, genießt die Aussicht auf das Holz-Plateau.

Bad Bevensen. „Als ich durch den Kurpark ging und diese Betonwand gesehen habe, hat mich fast der Schlag getroffen“, beschreibt ein Spaziergänger seine Gedanken beim Anblick der neuen Salz- und Solewelt, die von der Jod-Sole-Therme aus in den Kurpark ragt.

Was für den Bevenser mit einigen Metern Entfernung wie eine massive graue Fassade aussah, ist zwar eine gestrichene Holzbrüstung – zum Grübeln regt die Konstruktion, die als neue touristische Attraktion angekündigt wurde, dennoch an. Denn statt dem oft beschriebenen Panorama-Blick vom Inneren der Stelzensauna in den Kurpark hinein, sieht der Besucher von den meisten Positionen in Saunabereich und Ruheraum aus vor allem eines: den grauen Holzzaun.

1,40 Meter hoch soll er die Gäste der Stelzensauna, die in 2,60 Meter Höhe entstanden ist, und auf dem Plateau-Dach, das für Abkühlungsgänge gedacht ist, vor neugierigen Blicken schützen. „Es kann nicht sein, dass eine Dame, die aus der Sauna kommt, von allen gesehen werden kann“, erklärt Uwe Winter, Geschäftsführer der Bevenser Kurgesellschaft (KurGmbH), die Entscheidung für den Sichtschutz auf Brusthöhe. Sichtlich irritiert attestierte auch Winter bei einer Begehung der Stelzensauna, dass Saunanutzer zumindest auf den ersten beiden Sitzbänken, die abgestuft in unterschiedlichen Höhen in der Sauna eingerichtet werden sollen, keinen Blick über die Holzwand in den Kurpark erhaschen werden können. „Aus der Sauna kann man, wenn man auf einer höheren Bank sitzt, rausgucken – das haben wir geprüft“, sagte er. Die Saunierer, die sich nach dem Schwitzen im Ruheraum nicht stehend, sondern liegend erholen wollen, dürfte diese Anmerkung nicht entspannen. Denn der Ruheraum ist direkt neben der Stelzensauna, auf gleicher Ebene angelegt – und mit dem gleichen Ausblick ausgestattet.

Verspiegeltes Glas, bei dem die Saunierenden den Panorama-Blick über die Kurstadt und den Park genießen könnten ohne von Spaziergängern beobachtet zu werden, sei aus Kostengründen nicht eingesetzt worden, erklärt Winter auf AZ-Nachfrage.

Die Salz- und Solewelt soll am 28. Juni eröffnet werden. Insgesamt investiert die Kurgesellschaft in die Salzwelt mit einer großen 65 Grad warmen Salzsauna sowie Salzlounge, einem Gradierwerk und dem Saunagarten rund 2 Millionen Euro, 1,7 Millionen Euro davon übernimmt das Land Niedersachsen.

Von Wiebke Brütt

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