280 000 Euro für akuten Brandschutz erforderlich, sonst droht Teilschließung

Sanierungsfall Stadthalle

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Sorgenkind der Stadt: die Uelzener Stadthalle.

Uelzen. Über das Maß der normalen Instandhaltung ist man bei der Uelzener Stadthalle längst hinaus: Rund 280 000 Euro sollen in diesem und nächstem Jahr für akute Sicherungsmaßnahmen in das Gebäude investiert werden.

150 000 Euro davon noch in diesem Jahr und 130 000 Euro 2014, wie Stadt-Sprecherin Ute Krüger auf AZ-Nachfrage informiert.

„Die politischen Gremien der Stadt Uelzen entscheiden noch im Juli darüber, ob die notwendigen Mittel für die in diesem Sommer vorgesehenen Maßnahmen bereitgestellt werden. “ Derzeit fänden in den Fraktionen und Gruppen entsprechende Beratungen statt.

Mit der letzten Brandschutzprüfung 2012 seien Mängel erfasst und Fristen für deren Beseitigung formuliert worden: Die Lüftungsanlagen müssen mit der vorhandenen Brandmeldeanlage verbunden werden, Rauchabzugs- und Brandschutzklappen für die Be- und Entlüftung müssen erneuert und Brandschutztüren ausgetauscht werden. Auch die Elektrik sei teilweise veraltet und müsse den aktuellen Sicherheitsanforderungen angepasst werden, so Krüger. „Die vorgesehenen Maßnahmen dulden keinen Aufschub und sind für den weiteren Betrieb zwingend notwendig. Würde die Stadt sie nicht umsetzen, wären Teilschließungen die Folge. Betroffen wären hauptsächlich die Säle.“ Die Politik hat derzeit nicht nur über den Einsatz der Mittel zu entscheiden, sondern auch die Verhältnismäßigkeit der Investitionen zu bewerten. Denn bis zum Anfang nächsten Jahres würden verschiedene Konzepte zur Neuordnung der Veranstaltungsorte und damit auch zur zukünftigen Nutzung der Stadthalle erarbeitet und den politischen Gremien vorgelegt, kündigt Ute Krüger an. Die Aufgaben der Stadthalle sollen „unter Einbeziehung des Theaters und des Schlosses Holdenstedt“ nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten neu organisiert werden, heißt es im Beteiligungsbericht der Stadt Uelzen für dieses Jahr. Eine solche Neuordnung ist nicht zuletzt deswegen erforderlich geworden, weil die Stadt Uelzen für den Entschuldungsvertrag mit dem Land Niedersachsen ihren Haushalt konsolidieren muss.

Allerdings werden laut Wirtschaftsplan 2013 der Stadthallen GmbH rund 150 000 Euro Verlustausgleich aus dem Stadtsäckel erforderlich, weil die voraussichtlichen – und seit Jahren immer weiter sinkenden – Erlöse in Höhe von 55 300 Euro in keinem Verhältnis zu den Aufwendungen stehen. Auch für 2012 muss die Stadt 150 000 Euro zuschießen, 2011 waren es fast 184 000 Euro.

„Möglichkeiten zur Verringerung der Verluste“, so heißt es in dem Beteiligungsbericht, „sind in den letzten zehn Jahren immer wieder in Angriff genommen worden, leider ohne nachhaltigen Erfolg.“ Und aus Sicht der Geschäftsführung seien dahingehend auch „weitestgehend alle Maßnahmen ausgeschöpft“.

Von Ines Bräutigam

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