Kalkulierte Kosten liegen mit einer Million Euro weitaus höher als zunächst angenommen

Sanierung von St. Marien verschoben

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Eigentlich sollte der Innenraum der Kirche St. Marien zum Lutherjahr und 725. Geburtstag des Gotteshauses 2017 in neuem Glanz erstrahlen. Die Gemeinde hat die Pläne geändert. Erst Anfang 2018 sollen die Arbeiten beginnen.

Uelzen. Eigentlich sollte das sogenannte Lutherjahr 2017 (500 Jahre Reformation) in einer frisch restaurierten St. -Marien-Kirche gefeiert werden. Daraus wird nichts. Den Beginn der anstehenden Sanierung hat der Kirchenvorstand jetzt auf Januar 2018 verschoben.

Das teilte der Vorsitzende des Kirchenvorstands, Manfred Heuer, am Mittwochabend beim Empfang der Innenstadt-Gemeinde mit.

Grund: Die Kosten sind vom Amt für Bau- und Kunstpflege in Lüneburg mit einer Million Euro weitaus höher kalkuliert worden, als es die Gemeindeleitung anfangs berechnet hatte. Auch der zunächst angepeilte Zeitrahmen wäre nicht realisierbar gewesen. „Wir können im Lutherjahr und zum Kirchenjubiläum die Kirche nicht zu machen“, so Heuer.

Zur Erinnerung: Im Juni bewilligte der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages gut 182 000 Euro für den Erhalt des Gotteshauses aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm. Nach ersten Berechnungen kalkulierte die Gemeinde für die Arbeiten im Innenraum rund 400 000 Euro. Hinzu kommen soll noch ein barrierefreier Zugang zum Kirchenschiff. „Die Kosten hätten wir mit dem Zuschuss, weiteren Förderungen und einer Kreditaufnahme gedeckt bekommen“, sagt Heuer. Als die Experten aus Lüneburg das Projekt durchrechneten, landete man bei rund einer Million Euro, so Heuer.

In dem Paket ist nun auch eine neue, moderne Heizungsanlage. Die sollte schon längst gemacht worden sein, berichtet der Kirchenvorstand. Und: Allein die Aufstellung eines Gerüsts in der Kirche sei vom Amt mit rund 60 000 Euro veranschlagt worden.

Nur: Bei Kosten von einer Million Euro, wäre der verbliebene Anteil von gut 800 000 Euro nicht über Kredite zu finanzieren. „So viel dürfen wir uns gar nicht leihen und bekämen wir auch nicht“, sagt Heuer.

Nun will St. Marien in den zwei Jahren versuchen, Geld für die Sanierung über Spenden hereinzubekommen. Heuer schätzt, dass es mehr als eine halbe Million Euro sein müsste, ehe man den Gang zur Bank antreten könne, um sich die übrigen gut 200 000 Euro zu leihen. „Wir hoffen auf eine Großspende.“

Der zugesagte Betrag bleibe für die Kirchengemeinde stehen. Die müsse ohnehin erst ihren Eigenanteil nachweisen, ehe es zur Auszahlung der Bundesmittel käme.

Für die Arbeiten würde der Hohe Chor vom Kirchenschiff baulich abgetrennt. So könnten Chor und Schiff, je nachdem in welchem Teil die Arbeiten laufen, für Gottesdienste genutzt werden. Für die Sanierung werde mehr als ein Jahr veranschlagt. Dann aber soll das Kircheninnere insgesamt heller daherkommen.

Von Jens Schopp

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