„Kein Verdrängen“: Otto Lukat fordert Auseinandersetzung mit Stifter Stulpe

Die Sammlung im Blick?

Die Kunst im Blick: Nach der Vorstellung des Katalogs zur „Bildersammlung Stulpe“ im Ratssaal der Stadt schauten sich die Gäste die Werke in den Fluren des Rathauses an.

Uelzen. Als alle Reden am Sonnabend gehalten und die Gäste im Uelzener Rathaus bereits zu einem Umtrunk ins Foyer eingeladen waren, da trat Renate Schmidt, 2. Vorsitzende des Kunstvereins Uelzen, für zwei letzte Sätze noch einmal ans Rednerpult: „Sollten wir mit dieser Veranstaltung irgendjemanden verletzt haben“, sagte Schmidt, „dann tut uns das leid.

Das war nicht unsere Absicht. “ Gegenüber der AZ sprechen später Besucher im Rathaus von einer „wichtigen Aussage“ Schmidts, die den „Opfern und nicht dem Täter“ gewidmet gewesen sei.

Die Kunst sollte eigentlich an diesem Nachmittag im Mittelpunkt stehen, doch waren es Begriffe wie „Absicht“, „Intention“, „Täter“ und „Opfer“, die die Veranstaltung im Rathaus bestimmten. Der Kunstverein Uelzen hatte in das Verwaltungsgebäude eingeladen, um dort einen Katalog zur „Bildersammlung Stulpe“ vorzustellen – 333 Grafiken, die seit 1997 im Rathaus in einer Ausstellung zu sehen sind. Die Werke über Jahrzehnte erworben und der Stadt gestiftet hat Wolfgang Stulpe, früherer Ausstellungsleiter des Kunstvereins. 2002 tötete sich dieser selbst.

Unmittelbar vorausgegangen waren polizeiliche Ermittlungen gegen ihn wegen sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen. Dem Lehrer wurde von der Polizei vorgehalten, hunderte von Bildern und Filmen von Jungen aus Uelzener Sonder- und Hauptschulen, die nackt sind und sich selbst befriedigen, gesammelt zu haben. Zu diesen Vorwürfen steht im vorgestellten Ausstellungskatalog nichts. Das Büchlein solle dazu dienen, heißt es darin, den „kulturellen Wert“ der Sammlung im Rathaus ermessen zu können.

Bei diesem Online-Bericht handelt es sich um eine gekürzte und verdichtete Fassung des Zeitungsartikels. Hintergründe, weitere Informationen sowie einen Kommentar lesen Sie in der AZ.

Von Norman Reuter

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