Saatbau gibt Gas

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Die Saatbau Stoetze plant eine Biomethananlage bei Rosche.

Stoetze - Von Jörn Nolting. Die Erzeugerpreise für Getreide, Kartoffeln und Zwiebeln haben sich im Geschäftsjahr 2009/2010 nach der Wirtschaftskrise immer noch nicht richtig erholt – das erläuterte Volker Bormann, Geschäftsführer der Saatbau Stoetze während der jüngsten Generalversammlung. Der Aufsichtsratsvorsitzende Otto Mennerich konnte wieder zahlreiche Mitglieder und Gäste im Gasthaus Brammer in Boecke begrüßen.

Preisbedingte Umsatzrückgänge im Getreide- und Düngemittelgeschäft waren die Folge. Auch der Rekordumsatz des Vorjahres mit Heizöl konnte nicht noch einmal erzielt werden. Allein in diesem Bereich wurden 2,8 Millionen Liter weniger umgesetzt, die mit einem Umsatzrückgang von 1,8 Millionen Euro zu Buche schlugen.

Der gesamte Mengenumsatz ist um 8 Prozent auf gut 50 000 Tonnen zurückgegangen. Nicht zuletzt durch den Ausbau des Bereiches der erneuerbaren Energien konnte das Jahresergebnis insgesamt verbessert werden. Hier wurden in den letzten drei Jahren rund 850 000 Euro in Blockheizkraftwerke, Wärmenetze und Photovoltaik investiert.

Dieser Betriebszweig soll auch in Zukunft weiter ausgebaut werden. Die Saatbau Stoetze plant mit rund 50 Landwirten den Bau einer Biomethananlage bei Rosche. Dort soll dann Biogas produziert und in einem zweiten Schritt veredelt werden, so dass es in das öffentliche Erdgasnetz eingespeist werden kann. Die Anlage ist so konzipiert, dass die Rohstoffe in unmittelbarer Umgebung wachsen und die Transportwege dadurch gering bleiben. Durch die Einspeisung in das Erdgasnetz ist die Energieausnutzung wesentlich besser als in einer normalen Biogasanlage mit Verstromung und fehlender Wärmenutzung vor Ort. So kann die Energie durch bereits vorhandene Leitungen dorthin transportiert werden, wo sie auch gebraucht wird. Die Fertigstellung der Anlage ist für Ende 2011 geplant. „Ein großer Schritt in die Zukunft, mit dem wir unseren Landwirten einen neuen Betriebszweig mit einer langfristigen Perspektive bieten“, so der Geschäftsführer.

Für das laufende Geschäftsjahr sind die Perspektiven wesentlich besser. Die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte steigen auf breiter Front. „Solange sie von den gleichzeitig steigenden Betriebsmittelpreisen nicht überholt werden, sieht es für unsere landwirtschaftlichen Betriebe gut aus. Trotz einer relativ kleinen Ernte in diesem Jahr wird mehr Geld auf die Höfe fließen“, betont Geschäftsführer Volker Bormann.

Gewählt wurde auch. So wurde Carsten Möller aus Hohenzethen in den Vorstand wieder gewählt, und Friedrich-Wilhelm Gause aus Stoetze sowie Bernd Schulz aus Reddien wurden in ihrem Amt als Aufsichtsratsmitglied bestätigt und ebenfalls für drei weitere Jahre wieder gewählt.

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